Am Ende eine kleine Reise ins arabische Afrika im Indischen Ozean...
Wider meines Credos werde ich dieses mal wohl nicht meine Arbeit als Freiwilliger in den Fokus dieses Eintrags stellen-dieses mal gibt es hier an dieser Stelle nämlich einen kleinen Reisebericht...
Die letzten drei Wochen war ich also gar nicht auf der Farm anzutreffen-stattdessen galt es den aufgesparten Resturlaub auch entsprechend zu nutzen, sodass ich mich auf die Socken nach Tansania gemacht habe mit dem auserkorenem Ziel: Zanzibar!
Zanzibar ist wirklich eine Insel mit Charme! Kulturell gesehen treffen dort die verschiedensten Einflüsse aufeinander. Während zunächst die Portugiesen sich dort breit gemacht haben, folgten daraufhin die Araber (kurzzeitig auch die Deutschen) und anschließend die Briten, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts dem florierenden Sklavenhandel ein Ende gemacht haben. Man muss dabei wissen, dass diese Insel der Hauptsklavenumschlagsort in Ostafrika gewesen ist, um Sklaven in die arabische Welt zu schiffen (daher lässt sich auch der Name ableiten, der wörtlich aus dem arabischen übersetzt „Land der Schwarzen“ bedeutet)...
Der arabische Einfluss ist somit in den Straßen und Gassen aufgrund der Lebensweise, der Architektur und der äußeren Merkmal nicht zu verkennen.
Zanzibar kann man am besten fassen als eine Insel, die durch eine umfangreiche Gewürzkultur und den arabischen Einfluss geprägt ist. Ferner offenbart ein „Nightfoodmarket“ die unglaubliche Vielzahl an Meeresfrüchten (von Hummer über Oktopus bis hin zum Hai).
Auch die weißen Strände, das türkise Wasser und die Palmenwälder runden das ganze paradisisch ab, sodass es sich sehr gut aushalten lässt...!
Wir haben die Tage auf der Insel ordentlich ausgekostet. Standesgemäß haben wir uns am Strand breit gemacht, die unglaublich gute und abwechslungsreiche Kost (im Gegensatz zum alltäglichen Maismehlbrei in Malawi) ausgeschöpft, ein wenig Kulturprogramm durchgezogen, wir waren tauchen und haben uns die Unterwasserwelt nicht nur gut schmecken lassen, sondern auch näher inspiziert und an sich einfach einen echt guten und entspannten Urlaub verbracht!
Im Endeffekt hat es einfach unglaublich gut getan Afrika noch einmal als Tourist zu erkunden und somit habe ich mich dieses Jahr halt mit Zanzibar als Trost für den ausbleibenden Föhrurlaub abfinden müssen, was ausnahmsweise okay war, aber in Zukunft ist dann wieder Nordsee angesagt...
Mit ein wenig Abstand von Chipunga habe ich mir schließlich im Urlaub auch ein wenig Gedanken machen können über eine gewisse Bilanz meines Jahres...
Ich bin schließlich dazu gekommen den Schritt als absolut richtig zu bewerten! Ich bin zufrieden mit dem, was ich geschafft habe und was ich schließlich von meinen Ideen umsetzten konnte. Gerade im Kontrast zu mach anderem Freiwilligen konnte ich mich wohl nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen.
Ich habe viel gesehen, kennen gelernt und Erkenntnisse gemacht, die ich so in der Form nicht erwartet hätte. Besonders jedoch muss ich sagen, dass ich mich selbst kennen und ich denke auch einzuschätzen gelernt habe. Insofern kann ich den Schritt weg von zu Hause für eine gewisse Weile nur empfehlen. Besonders wenn es in einen anderen Kulturkreis geht, der dem unseren zwar nicht frontal gegenübersteht, aber doch einiges von dem vermissen lässt, was man eigentlich gewohnt ist. Wenn man erst einmal aus seinen gewohnten Verhältnissen herausgerissen ist und sich in der Ferne mit seiner eigenen Stellung in gewissen sozialen Konstellationen, beziehungsweise in der Gesellschaft, befasst, lässt einen erst das gewisse Ansichten formen und definieren. Erst in der Distanz lassen sich gewisse Dinge kritisch betrachten und man merkt was einem wirklich wichtig ist und worauf man verzichten kann und worauf eben nicht... Alles also sehr erkenntnisreich...
Ferner fühle ich mich nun auch absolut bereit für das eigenständige Wohnen im Studium. Ich denke ich bin nunmehr WG-erprobt. Ich habe mich in viele neue Bereiche vorgewagt, sodass ich mich als Koch, Heimwerker und Hobbylandwirt erprobt habe.
Auch gute Freundschaften konnte ich knüpfen, über die ich wirklich sehr froh bin. Ohne gewisse Menschen, die mich das Jahr über begleitet haben, hätte sich das alles sicher nur halb so schön gestaltet...
Es gab schmerzliche Erfahrungen, aber ebenso auch unheimlich schöne…
Nun ist es an der Zeit sich langsam aber sicher von Malawi zu verabschieden und sich den Aufgaben zu Hause zu zuwenden. Ich bin froh mich schon bald auf der Heimreise zu wissen-nach getaner Arbeit ist die Sehnsucht nach den Menschen, die ich liebe und schätze doch sehr groß, sodass ich einfach nur froh bin meine Eltern und Freunde bald wieder zu sehen...
An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich bei allen bedanken, die diesen Blog das Jahr über verfolgt haben. Ich habe mich über jeden einzelnen Kommentar und jede Resonanz sehr gefreut. Auch wenn es schwer zu glauben ist, aber oft hat mir eben jene Resonanz tatsächlich Mut gegeben!
Mit anderen Worten: dies war dann wohl nun der letzte Blogeintrag-das Jahr ist durch und am 9. August werde ich wohl wieder deutschen Boden betreten. Bis dahin verbleibe ich mit den herzlichsten Grüßen und ich freue mich Euch dann schon bald wieder zu sehen... In diesem Sinne: Sono, Ine nkuluta-Tiwonanenge sono sono ku Germany!

vincentsziviinmalawi am 22. Juli 11
|
Permalink
|
3 Kommentare
|
kommentieren
Leben in Afrika-Improvisation per exellence
Die Preschool läuft, der Schulblock erfüllt gewohnt seine Funktion, der Ofen ist fertiggestellt und nun bin ich auch ziemlich durch mit der Arbeit in Chipunga..!
Wie angekündigt habe ich mich in der letzten Zeit meinem letzten richtigen Projekt gewidmet mit der Errichtung des Backofens, der schlussendlich relativ fix realisiert wurde...
Zunächst war das kniffligste Problem die Trommel als tatsächlichen Ofen und an der Stelle haben Bernhard, der deutsche Farmbeseitzer, und ich uns recht afrikanisch gegeben. Man muss wissen, dass das halbe (wenn nicht sogar das ganze) Leben hier in Malawi auf ein gewisses Maß an Improvisation angewiesen ist. Was man eben nicht hat, gilt es zu basteln. Insofern stellt man schnell fest, dass die klare Vorstellung, die man von einem Gegenstand hat, hier jegliche Grenzen verliert und sehr variable dargestellt oder ersetzt werden kann. So bin ich doch schon manches mal enorm ins staunen geraten bei dem hiesigen Erfindergeist. Diesem Credo entsprechend haben wir schließlich die Trommel aus zwei Fässern gemacht, die wir gefunden haben. Eine der beiden Trommeln haben wir schließlich aufgeschnitten und um die innere Trommel geschweißt, sodass ein Zwischenraum entstand, zwischen dem dann der Rauch die innere Trommel zu erhitzen vermag.
Um daraus aber auch wirklich einen Ofen werden zu lassen, bedurfte es noch ein gewisses Gehäuse. Nach Besorgung der entsprechenden Materialien, Bricks, Erde und Sand, stand der Errichtung dessen nichts mehr im Wege. Mit einem Maurer (eben jener der mir auch schon bei der Preschool geholfen hatte) haben wir das Unterfangen begonnen und den Ofen in zwei Tagen auch wirklich zu ende gemaurert. Die Steine haben wir von einem ehemaligen Toilettenhäuschen verwenden können und anstelle von Zement haben wir schlicht Erde genutzt. Das ganze wurde noch entsprechend mit Sand und Erde isoliert, um auch die Wärme zu halten und anschließend wurde der Ofen noch schick verputzt, ein Rauschabzugsrohr drauf und fertig war das Ding.
Nun wartet der Ofen darauf, dass wir das erste Brot backen und dann kann auch hinter diesem Projekt ein Häkchen gemacht werden...
Insofern bin ich nun tatsächlich durch mit der aktiven Arbeit, sodass ich guten Gewissens in der Urlaub gehen kann. Mit einem guten Freund werde ich mich kommende Woche auf den Weg nach Tansania machen mit dem erklärten Ziel Sansibar, um dort ein wenig Zeit bruzelnd in der Sonne zu verbringen. Anschließend werde ich noch einmal für zwei Wochen zurück auf die Farm kommen, bevor ich in der ersten Augustwoche schlussendlich einem Abschlusseminar beizuwohnen habe und dann am 8. August mein Flug in Richtung Heimat geht... Soll heißen-das Jahr neigt sich dem Ende und ich bin froh und guter Dinge... Ich werde mich an dieser Stelle nach meinem Urlaub noch ein mal melden und die letzten Ereignisse berichten... Für heute soll es das bereits gewesen sein. Hier noch ein Foto unserer Farmbesatzung....
Ich wünsche Euch allen soweit einen sonnigen Sommer und ich werde sicherlich an Euch denken in der Sonne Tansanias. Liebe Grüße, V
vincentsziviinmalawi am 25. Juni 11
|
Permalink
|
2 Kommentare
|
kommentieren
Mission accomplished-Preschool steht und hat bereits den Betrieb aufgenommen..!
Alles scheint bestens! Tatsächlich kann ich nun verkünden, dass auch die letzten Arbeitsschritte der Preschoolrenovierung ohne Probleme vonstatten gehen konnte und die Preschool bereits fertiggestellt und im Betrieb ist...
Insofern standen die letzten Arbeitswochen gänzlich im Zeichen dieses Unterfangens. Auf dem Plan stand daher zunächst die Beendigung der Arbeit von Seiten des Maurers, das vollständige Verputzen der Wände, und die des Schreiners, die Anfertigung zweier Türen, ein neuer Türrahmen und zehn kleinen Bänken für die Kiddies. Nachdem diese Arbeiten jedoch vervollständigt wurden, war ich an der Reihe ein wenig körperlich tätig zu werden. Ich wollte es mir natürlich nicht nehmen lassen der Räumlichkeit ganz persönlich den entscheidenden Feinschliff zu verpassen. Mit Farbe und Pinseln bis auf die Zähne bewaffnet malte ich mich förmlich in Ekstase, um dieser Res sacra Herr zu werden. Drei Tagen des kreativen Schaffens bedurfte dieser Arbeitsschritt bis die tatsächliche Arbeit nunmehr abgeschlossen war. Und hier das Resultat dessen....
Damit konnte die Preschool aber noch nicht ihren Betrieb aufnehmen schließlich bedarf die „Neuetablierung“ einer solchen Vorschule auch eine ordentliche Einweihungsparty mit standesgemäßer Einladung aller zuständigen Kommittees, der Vorsitzenden jener Kommittees und der Chiefs (den Oberhäuptern) der Region Chipunga!
Nun ist zu erwähnen, dass solche „Parties“ immer einem recht strengen Ablauf folgen und eher sehr steif und alles andere als locker und fröhlich sind. Der Ablauf sieht ungefähr wie folgt aus: ein paar wichtige Leute halten Reden, danach wird kurz zur Musik getanzt (was auch eher gezwungen scheint) und schließlich wird gegessen.
Organisatorisch hieß das für mich eigentlich nur das Essen besorgen und die „wichtigen“ Leute einladen sowie natürlich die Eltern der Kinder, um auch ordentlich Werbung zu machen.
Wider meinen Erwartungen hat sich die Feierlichkeit als sehr heiter und locker gestaltet. Aufgrund der Anwesenheit vieler Eltern samt Kinder wirkte alles ungewohnt ungezwungen, obgleich die Feier der gängigen Prozedur folgte. Schließlich habe ich den Gästen Reis mit Bohnen serviert, was hier in Malawi ein durchaus angesehenes Essen ist.
Nachdem auch dieser Programmpunkt abgehakt war, konnte es nun endlich ans eingemachte gehen, indem wir wirklich den Unterricht beginnen lassen konnten!
Seit Neueröffnung der Preschool konnten wir bisher stetig steigende Zahlen der anwesenden Kinder verzeichnen. Letzter Stand der Dinge waren immerhin 19 Kinder(!), die nun der Vorschule beiwohnen...
Ich versuche mich nun was die Preschool angeht eher in Zurückhaltung zu üben, da es schließlich von den Anwohnern selbst getragen und organisiert werden soll. Zwar stehe ich natürlich den Lehrern bei irgendwelchen Problemen sofort zur Verfügung und auch so werde ich wohl ein bis zwei mal in der Woche dort anwesend sein, um quasi nach dem Rechten zu sehen, trotzdem soll die Vorschule jedoch möglichst unabhängig und eigenständig laufen, sodass der Fortbestand auch nach meinem Abschied gewährleistet ist...
Unterdessen habe ich mich übrigens über Ostern einer Wanderexpedition gewidmet. Mit ein paar anderen Freiwilligen haben wir uns waghalsig auf den Weg gemacht den höchsten Gipfel Südostafrikas zu erklimmen. Drei Tage der körperlichen Ertüchtigung ließen dieses Ostern nicht gerade als gemütliches Familienfest erscheinen. Ziel unserer Odyssee war der Sapitwa (3002m), der damit wohl bemerkt höher ist als die Zugspitze. „Sapitwa“ heißt übrigens zu deutsch „Geh nicht dorthin“, was uns schon ein wenig ängstigte, aber keineswegs von unserem Vorhaben abbrachte!
An sich war es schlichtweg eine ganz nette Wandertour, die wir auf eben jenem Gipfel angekommen mit dem Verzehr mir zugeschickter, köstlicher belgischer Honigwaffeln feierten...
Was meinen weiteren Verbleib in Malawi angeht, so werde ich mich nun der Verwirklichung eines Ofenprojektes widmen, was so viel bedeutet wie einen solchen hier in Chipunga zu bauen, um der Bevölkerung vor Ort die Möglichkeit des (Brot-)Backens zu eröffnen... Ich bin gespannt, was sich da noch machen lässt. Die Berichterstattung wird dann selbstverständlich folgen...
Übrigens ist am ersten Mai auch endlich unsere Berta zur Welt gekommen, auf die wir schon eine ganze Weile sehnsüchtigst gewartet hatten und das will ich Euch natürlich nicht vorenthalten...
So stehen jedenfalls die Dinge bei mir. Die nächsten Zeit wird es mich wohl noch in Chipunga halten, bevor ich dann mit meinem noch aufgespartem Resturlaub im Juni so langsam das „Spaßprogramm“ in den Angriff nehmen werde und die noch verbleibende Zeit reisend verbringen werde. Insofern kann der nächste Blogeintrag eventuell ein bisschen auf sich warten lassen-ich hoffe Ihr seid mir nachsichtig... In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute und sende ganz liebe Grüße in die Heimat. In nicht mal drei Monate werde ich wieder deutschen Boden betreten, worauf ich mich schon unheimlich freue...
-Vincent
vincentsziviinmalawi am 18. Mai 11
|
Permalink
|
3 Kommentare
|
kommentieren
Der gute Verlauf und der neue Feind
Schönen Guten Tag!
Es gibt wieder mal so einiges zu berichten, sodass ich Euch nun die Ereignisse und Entwicklungen der letzten Tage natürlich nicht länger vorenthalten möchte zumal ich nun durch die liebe und umfangreiche Unterstützung auch prompt darlegen möchte, was mit der finanziellen Unterstützung geschehen ist...
Insofern will ich gleich mal anfangen von der Preschool, „Operation Herzstück“, zu berichten!
Ich kann nun hier die frohe Botschaft verkünden, dass die Renovierung und die Baumaßnahmen außerordentlich gut verlaufen sind, sodass ich es fast schon bedauere demnach an dieser Stelle auf dem Blog gar nicht so oft über den Verlauf berichten zu können, da nun bereits die Arbeit fast schon gänzlich beendet ist! Das ist natürlich an sich alles andere als bedauernswert. Zumal ich mich somit dann auch noch in unfangreichem Maße der Etablierung der Preschool widmen kann, die sicherlich auch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird.
Trotzdem will ich Euch den Verlauf der Arbeit nicht verschweigen, sondern ein wenig über die organisatorischen Maßnahmen berichte...
Zunächst galt es erst einmal die absolut essentiellen „Basis-Materialien“ zum Bauen zu besorgen. Das heißt zunächst schlichtweg Riversand zum Anmischen des Zements. Klingt jetzt zunächst nicht nach einer großen Aktion-war es aber! Um eben Sand zu beschaffen bedurfte es erst einmal Freiwillige, die sich mit mir zusammen in den Konga, einem nahe gelegenem Fluss, stellten, um Sand herauszuschauffeln, auf den Pickup zu laden und schlussendlich zur Baustelle zu fahren. Leider hielt sich das freiwillige Engagement dann nach anfänglicher Begeisterung doch in eher überschaubaren Maßen. Ursprünglich war die Rede von 15 bis 20 Leuten. Schlussendlich waren wir zu fünft...
Die Arbeit dauerte dann zwar etwas länger, konnte aber schließlich doch verrichtet werden, sodass für die Grundlage der Renovierung gesorgt war.
Ferner galt es aber noch „Dambosand“ an den Ort des Geschehens zu bringen. Jener Dambosand wird ebenfalls zum Anmischen des Zements verwendet, ist jedoch feiner und daher geeigneter zum Verputzen der Wände. Um diesen zu besorgen galt es ca. eine Stunde mit dem Pickup in Richtung Pampa zu düsen. Angekommen an einem kleinen Wasserloch luden wir die Ladefläche voll mit eben jenem sagenumwobenem und besonderen Dambosand. Zu diesem Zeitpunkt war uns jedoch noch nicht bewusst, was uns noch erwarten würde…
Bis dahin schien das alles nicht der größte Aufwand zu sein. Als wir jedoch auf der Fahrt zurück eine Panne mit dem vollbeladenem Gefährt hatten, stellte sich das ganze Unterfangen als doch etwas problematischer dar. Die Batterie des Pickups hat sich leider nach kurzem Ausschalten des Motors komplett entladen-und so standen wir dann da. Zwei Weiße mitten im Nirgendwo, die den Pickup keine zwei Meter schiebend von der Stelle bewegen konnten... Etwas verzweifelt galt es dann helfende Hände zu finden, die wir nach einer gewissen Zeit schlussendlich doch noch mobilisieren konnten. Tatsächlich ließen sich doch ein paar Leute finden, die uns anschieben helfen konnten, sodass wir den Motor doch wieder ans Laufen bekamen...
Nun war aber wirklich für alles gesorgt, was für die Renovierung von Nöten war, sodass der beauftragte Maurer ohne Probleme arbeiten konnte. Innerhalb von drei Wochen hatte dieser auch nach Absprache tatsächlich seine Arbeit erfüllt, sodass nun also die Hauptaufgabe bereits fertig gestellt werden konnte. Das heißt konkret, dass die Türöffnungen verschlossen wurden, Breezeblocks (Fensterblöcke) eingesetzt wurden, der Boden ausgebessert, die Wände verputzt und gestrichen und ein Schrank gemaurert wurden.
An dieser Stelle angekommen gilt es nun noch den Raum durch eine robuste Tür wirklich abschließbar zu machen. Diese Aufgabe übernimmt ein Schreiner, der sich dann ferner auch noch um die Anfertigung von kleinen kindgerechten Bänken kümmern wird. Das sind jedoch Arbeiten, die nicht mehr allzu viel Zeit in den Anspruch nehmen sollten.
Schlussendlich gilt es dann noch dem ganzen den entsprechenden Feinschliff zu verpassen, indem ich noch Bilder an die Wände malen werde... Aber das gibt es dann das nächste mal zu bestaunen (hoffe ich doch...).
Im Zuge dieses Projektes habe ich übrigens erneut einen weiteren Namen erhalten. (Irgendwie scheinen die Leute in Chipunga was das anbelangt äußerst kreativ zu sein) Und zwar trage ich nun den Titel „Vince the Builder“. Damit nicht genug-da ich für den Fall des Wartens immer was zu lesen bei mir trage (aufgrund der Tatsache, dass Warten definitiv Bestandteil des Alltags ist, da Pünktlichkeit nicht unbedingt zu den Stärken der Malawier zählt) und dieses studienvorbereitend meistens was aus dem Bereich der (Rechts-)Philosophie ist, ist mein Chef prompt auf die Bezeichnung „The Philosopher in Gumboots“ gekommen, was ich aber einfach mal als schmeichelt empfinde...
Ansonsten gestaltet sich das Alltagsleben derzeit als etwas problematisch, da nun der Monat April noch einmal das letzte Aufbäumen der Regenzeit mit sich bringt! Mittlerweile ist man da mit ganz neuen Problemen konfrontiert. Und zwar hat sich in der letzten Zeit ein gewisser Feind herauskristallisiert, der sich besonders hartnäckig und unermüdlich zeigt. Die Rede ist vom Schimmel! Die Flexibilität sich an den verschiedensten Orten niederzulassen scheint unbegrenzt und lässt einen immer wieder ins Staunen kommen. Aufgrund der sehr hohen Luftfeuchtigkeit ist er wirklich nahezu überall anzutreffen. So hat letztlich nicht nur meine Kleidung im Schrank geschimmelt, sondern auch meine Bettwäsche nachdem ich ein paar Tage nicht zu Hause war. Ferner hat unser Spiegel, eine Haarbürste, unser Teppich, die Balken im Esszimmer, mein selbstgebaute Hantel und ein Textmarker geschimmelt. Das ist zugegeben nicht unbedingt sehr angenehm, aber ich hoffe einfach mal, dass sich das auch wieder legen wenn die Regenzeit auch endlich vorbei ist...
Wie dem auch sei-ich hoffe ich habe Euch ausreichend mit Informationen versorgt zu haben und Euch geht es allen soweit gut. Ich werde mich dann in der nächsten Zeit der Etablierung der Preschool widmen nachdem ich dieser den letzten Feinschliff verpasst habe und anschließend habe ich noch ein weiteres Projekt im Sinne, aber davon berichte ich dann ebenfalls das nächste mal...
Euch allen wünsche ich natürlich noch ein paar nette Osterfeiertage (, die ich für meinen Teil mit der Erklimmung des dritthöchsten Berges des Kontinents, des Mount Mulanjes, verbringen werde).
Ganz liebe Grüße aus den Bergen Malawis, Vince (the Builder/ der Philosoph in Gummistiefeln)
vincentsziviinmalawi am 16. April 11
|
Permalink
|
3 Kommentare
|
kommentieren
Es geht voran... mit Geduld und malawischer Gelassenheit!
Schönen Gutentag die Herrschaften...
Hier nun wieder ein Lebenszeichen und ein Erfahrungsbericht aus Malawi... Seitdem ich das letzte mal berichtet habe ist wieder eine ganze Weile verstrichen und es hat sich einiges in der ländlichen Idylle im malawischen Hochland getan...
Was mir zunächst ganz besonders am Herzen liegt ist ein dickes Dankeschön an alle, die sich bei der Verwirklichung meines neuen Projektes, der Preschoolrenovierung, in Form einer kleinen Spende beteiligt haben und an die, die sich so für mich eingesetzt haben. Soll heißen, meine lieben Eltern, liebe Highlandergemeinde und alle anderen, die sich daran beteiligt haben, habt vielen herzlichen Dank!
Insofern will ich an dieser Stelle berichten was sich in diesem Kontext getan hat. Die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit-als Nachfolgerorganisation des DED) hat mir bereits einen gewissen Teil des nötigen Geldes für die Renovierung bewilligt und auch überwiesen, sodass ich mit jenem Geld die Materialien anschaffen konnte. Jedoch müssen ja auch die Materialien irgendwie von Mzuzu nach Chipunga gebracht werden. Das hat sich wider meinen Befürchtungen trotz Regenzeit gottseidank nicht als Problem erwiesen, obwohl das immerhin 20 Sack Zement, 4 Eimer Farbe, Holzleim, Nägel und ein Eisentürrahmen waren...
Ferner galt es dann alle nötigen Vorkehrungen für die Renovierung selbst zu treffen. Das heißt die Bereitstellung der Ziegelsteine und der Transfer des Sandes für den Zement, sowie die nötigen Absprachen mit dem beauftragten Contractor. Jedoch konnte alles soweit in die Wege geleitet werden, sodass nach Plan am kommenden Montag, den 14. März, begonnen werden kann. Angesetzt ist ein Monat Renovierung, was an sich vermutlich nicht ganz aufgehen wird, aber wir werden mal sehen... Ich bin jedenfalls ganz zuversichtlich und werde euch auf den Laufenden halten...
Zeitgleich habe ich nun die Ehre den Schulblockbau tatsächlich für beendet zu erklären. Ich kann es selber kaum glauben, aber es ist wirklich wahr! Nach Wochen des Verzugs sind die Arbeiten auf dem Bau wirklich abgeschlossen...!
Und so sieht das ganze nun aus:

Schick oder?!
Irgendwann habe ich dann doch eine gewisse Haltung entwickelt, die mich mit dem Verzug hat umgehen lassen, obgleich ich zeitweilig wirklich am Rande der Verzweiflung stand. Schlussendlich hat doch alles geklappt. Mir wurde schließlich in meiner Ungeduld ein ganz netter, und wie ich persönlich empfinde, äußerst zutreffender Satz gesagt: „Die Europäer haben die Uhr-die Afrikaner Zeit.“. Ohne jegliche Wertung muss ich wohl sagen, dass, zumindest hier auf dem Lande, schlichtweg unterschiedliche Philosophien bezüglich der Arbeit aufeinander getroffen sind. Zeit schien für die beauftragten Arbeiter tatsächlich nicht die Relevanz zu haben wie das bei mir der Fall war und ist...
Nun wartet das Projekt auf den Abschluss durch den Besuch der Deutschen Botschaft, die sich noch für diesen Monat angekündigt hat, aber das dann das nächste mal...
Ansonsten bin ich derzeit auch gut auf der Farm selbst beschäftigt. So stelle ich ein Statistiken bezüglich den Einkaufspreis von Rindern und dem prozentualen Gewinn auf, zeichne Feldpläne, kümmere mich um den ganzen Bürokrempel und leite gelegentlich kleine Miniprojekte im Rahmen der Farmarbeit.
Ich muss hier nun jedoch leider auch zugeben, dass mein Anfang des Jahres angelegtes Testfeld zu Grunde gegangen ist. Nach den äußerst hinterhältigen Affenübergriffen, denen man nicht Herr werden kann wenn man nicht 24 Stunden daneben sitzt, war der Niedergang des Vorführfeldes wohl schlichtweg das unabdingbare Schicksal. Insofern kann ich leider der Gemeinschaft keinen vorzeigbaren Ertrag präsentieren, was ein bisschen schade ist. Trotzdem denke ich, dass man das Projekt als erfolgreich bezeichnen kann, da das Seminar an sich den Leuten gezeigt hat wie man arbeitsökonomischer Mais anbauen kann und dies auch mit großem Interesse verfolgt wurde. Was nun von den Leuten übernommen werden wird, liegt daher bei ihnen selbst...
Hier im Dorf scheint übrigens eine spezielle Krankheit rumzugehen... Und zwar hat einer der Farmarbeiter seit Wochen eine stetig größer werdende Beule am Hals. Er lehnt es aber aus unerklärlichen Gründen ab zum Arzt zu gehen-warum auch immer... Jedenfalls ist er selbst davon überzeugt unter Witchcraft zu leiden (, was hier de facto Bestandteil des Lebens ist). Insofern wird er nun einen sogenannten Witchdoctor aufsuchen, der ihn von seinem Leid befreien soll indem er dem Arbeiter auferlegten Zauberspruch aufhebt.
Ich will hier nun an dieser Stelle nicht das Bild vermitteln, dass alle Malawier nicht zum Arzt gehen und sich lieber von einem solchen Witchdoctor behandeln lassen. Das ist definitiv nicht der Fall! Dieser Arbeiter ist sicherlich in der Form die Ausnahme, da sonst die Leute hier schon ins Krankenhaus gehen, um einen Arzt aufzusuchen, jedoch steht die Existenz des Phänomens Witchcraft nicht zur Debatte. Der Glaube an Zauberkraft im Alltag, bei beispielsweise misslungener Ernte oder ähnlichem, ist tief im Glauben der Menschen hier verwurzelt und ist definitiv Bestandteil der Welterklärung. Jedenfalls sollte man sich hier vor Ort davor hüten sich darüber lustig zu machen oder mit Witzen diesbezüglich aufzufallen, da das einfach nicht angebracht ist und schlichtweg den Leuten missfällt. Obwohl die Menschen hier vor Ort doch sehr viel Spaß verstehen, ist das in jedem Falle ein Tabuthema!
So zum Schluss gibt es hier noch zwei Fotos von meinem letzten nennenswerten privaten Unterfangen. Und zwar habe ich einen Tauchkurs im Malawisee gemacht, was sich absolut gelohnt hat. Mit ein paar anderen Freiwilligen hat es uns dann vier Tage an den See verschlagen, um entsprechend mal die Unterwasserwelt Malawis ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Unser kollektives nächstes Ziel heißt nun Anfang Juli vor Sansinbar im Indischen Ozean den Schnorchel ins Wasser zu tauchen. Aber davon berichte ich dann hoffentlich wenn es soweit ist...
Wie dem auch sei-ich bin jedenenfalls gerade im Begriff mein Preschoolrenovierungsprojekt ordentlich in den Gang zu bringen, sodass ich fortwährend entsprechend beschäftigt bin... Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr treibt mir nicht zu viel Unfug... In diesem Sinne-allerbesten Gruß aus Malawi.....
V.
vincentsziviinmalawi am 11. März 11
|
Permalink
|
5 Kommentare
|
kommentieren
Das Herzstück meiner Arbeit...
Herzlich Willkommen auf meiner Blogseite auch wieder im neuen Jahr 2011. Nun habe ich eine ganze Weile nichts mehr an dieser Stelle von mir hören lassen, sodass es nun doch ein wenig Nachholbedarf gibt...
Also, zunächst habe ich ein ganz ordentliches Weihnachtsfest mit einigen anderen Freiwilligen am See verbracht. Wirklich weihnachtlich war das zwar nicht, aber trotzdem hatte es mal was am 24. in der prallen Sonne zu sein. Anschließend haben wir uns als Großgruppe von ca. zwanzig DEDlern auf den Weg nach Chizumulu und Likoma gemacht, welches zwei kleine Insel wenige Kilometer vor dem mosambikanischen Ufer sind, die aber trotzdem aufgrund der recht ausgeprägten Missionarstätigkeit im letzten Jahrhundert von Seiten der Briten zu Malawi gehören. Dort galt es dann am Strand unter Kokonusspalmen, sodass ein verbitterter Wettstreit entbrannte was das Kokonussknacken anging, das neue Jahr zu begehen. Ich konnte an einem Tag im Spätdezember sogar vier selbst gepflückte, geknackte und zum größten Teil selbst gegessene Kokosnüsse verzeichnen, worauf ich auch mächtig stolz war...
Trotzdem muss ich nun an dieser Stelle die Situation nutzen und ganz klar festhalten, dass trotz des wirklich traumhaften Ambientes, mit Palmen, unglaublich klarem Wasser und nettem Strand, ich doch immer noch sagen muss, dass die Nordseeinsel Föhr für mich der schönste Ort auf Erden bleibt... nur so am Rande...
Nunja, ferner hat sich bei mir alles ein bisschen verschoben, da auch im Januar das Zwischenseminar meiner Endsendeorganisation auf dem Programm stand, sodass ich erst wirklich die Arbeit vergangene Woche aufnehmen konnte ohne große Unterbrechungen.
Bei dem Zwichenseminar galt es vor allem Erfahrungen auszutauschen und sich mit gewissen Themen auseinanderzusetzen.
Nichtsdestoweniger habe ich jedoch in der Zeit des Urlaubs und des Seminars ordentlich Elan getankt, sodass ich nun wirklich hochmotiviert bin und viel vor habe!
Was ich jedoch auch zu meinem Bedauern feststellen musste, ist, dass die Arbeit auf dem Bau leider doch meine Anwesenheit erfordert, um einen entsprechenden Fortschritt zu machen. Leider hat das alles nicht so geklappt wie es eigentlich veranschlagt war in der Zeit meines Fehlens. Es dreht sich dabei gar nicht um einen besondere Kompetenz, die ich bezüglich des Bauwesens mitbringen könnte, da diese schlichtweg von Seiten der beauftragten Bricklayer kommt, aber trotzdem ist es doch einfach ein Stück weit Struktur, für welches ich als Freiwilliger zu sorgen habe. Es geht schlichtweg darum die Abläufe bedingt zu koordinieren. Leider wurden jedoch gewisse Absprachen, von denen ich dachte sie seien klar übergangen und missachtet.
Zum momentanen Zeitpunkt stehen wir was die Fertigstellung des Schulblogs angeht unter gewissen Druck, da die Botschaft nun wirklich bald das fertige Gebäude sehen will. In der Folge habe ich schließlich einen „Zwei-Wochen-Plan“ aufgestellt, der die Fertigstellung somit eigentlich bis zum kommenden Freitag anvisiert, doch leider kann ich momentan schon ziemlich sicher sein, dass das nichts werden wird. Ich meine ich war mir natürlich schon vorher bewusst, dass das sehr eng werden wird, aber so wie sich die Lage im Moment gestaltet, wird das wohl auch noch ein Weilchen länger dauern.
Es fällt mir in diesem Kontext aber auch sehr schwer wie es sein kann, dass in der Endphase eines solchen Projektes nur gerade mal 3 von 8 Arbeitern anwesend sind. An der Stelle fällt es mir gerade wirklich schwer nicht zu resignieren...
Trotzdem hoffe ich, dass es nun doch alles entsprechend in den Gang kommt und wir die Deutsche Botschaft doch in einem akzeptablen Zeitrahmen zufriedenstellen können.
Worauf ich nun noch umbedingt zu sprechen kommen muss, ist mein neues Projekt und das anvisierte „Herzstück“ meiner Arbeit!
Nachdem ich nun die Halbzeit meines Aufenthalts erreicht habe und sich (hoffentlich bald) die Fertigstellung des Schulbauprojektes ankündigt, gilt es eine neue ausfüllende Arbeit zu finden. Eine solche scheine ich nun aus einer gewissen „Problemsituation“ vor Ort gefunden zu habe!
Und zwar sind aufgrund der Tatsache, dass wir nur noch zwei Freiwillige anstelle von dreien hier in Chipunga sind gewisse Aufgaben auf mich übertragen worden. So eben die Betreuung einer Preschool. Meine Aufgabe sieht in dem Bezug so aus, dass ich zwei mal die Woche dort hingehe mit Lernbüchern und Spielzeug, sodass eine Lehrerin besseren Unterricht machen kann und den Kurzen, die so im Alter von 2 bis 5 Jahren sind Dinge beibringen kann wie zum Beispiel zählen oder die Wochentage. Mit anderen Worten ich fungiere als Laufjunge. Damit kann ich mich aber irgendwie nicht so recht anfreunden, da ich lieber die Preschool unabhängig agieren sehen würde. Dies stellt sich aber als nicht so leicht heraus, da Materialien nicht in der Räumlichkeit gelassen werden können, da dieser nicht abschließbar ist und des öfteren bereist Vandalismus zum Opfer gefallen ist. Ferner müssen die Kinder auf dem Boden sitzen.
Ich persönlich empfinde somit die Lage nicht wirklich zufriedenstellend und halte das Ganze für verbesserungswürdig.
Insofern werde ich nun dem Bauwesen kombiniert mit der Zielsetzung der Verbesserung der Bildungssituation treu bleiben und habe mir vorgenommen die Preschool zu renovieren.
Das soll heißen, dass ich zunächst vorhabe den Raum allgemein abschließbar zu machen, die Wände neu zu verputzen und entsprechend zu streichen, einen abschließbaren Schrank maurern zu lassen, den Boden zu reparieren und kleine Bänke als Sitzmöglichkeiten anfertigen zu lassen. Der letzte Schliff soll dann das an die Wand Malen des Alphabets und der Zahlen bis zehn um die Tafel herum sein...
Ich erhoffe mir somit, dass die Preschool unabhängig laufen kann ein gewisser Raum, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Lernen für die Kleinsten geschaffen werden kann.
Somit stellt dann die Preschoolrenivierung das erste richtige eigene Projekt dar, da ich bisher die anderen Projekte weitergeführt oder auferlegt bekommen habe. Aber ich denke auch, dass es vorher schwer gewesen wäre ein solches Projekt anzugehen, da ich wirklich erst jetzt im Land verstehe welche Knöpfe man drücken und welche Hebel man bewegen muss, um so etwas ans laufen zu bringen...
Tjoa, ansonsten geht es mir ganz gut. Gesundheitlich kann ich mich gerade nicht beklagen, wobei natürlich immer dieses Damoklesschwert Malaria über einem schwebt. Was auch derzeitig etwas plagt, ist, dass offene Wunden hier während der Regenzeit einfach mal so gar nicht zu heilen scheinen und, um jetzt mal ganz ekelig zu sein, anfangen zu eitern und sich zu entzünden.
Irgendwie scheinen auch in letzter Zeit mehr Schlangen unterwegs zu sein. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich der Fall ist, aber irgendwie laufen mir die Tiere in den letzten Wochen doch deutlicher öfter über den Weg...
So zum Schluss habe ich hier nun noch ein Foto von DEM Essen hier in Malawi.
Diese weiße Masse auf dem Foto stellt eben jenes Nsima dar, welches das Grundnahrungsmittel eines Malwiers darstellt. Dies wird zubereitet durch das Aufkochen von Maismehl zu einer breiigen, festen Masse. Nsima wird zumeist mit Rape (Stengelkohl) und/oder Usipa (der kleine abgebildete Fisch) gegessen. Dabei gilt es aber die entsprechende Essweise einzuhalten. Soll heißen-mit der rechten Hand ein kleines Mund- und Fingergerechtes Stück abreißen, zwischen Daumen und Zeige- und Mittelfinger etwas kneten und die Beilage hinzufügen und es sich schließlich schmecken lassen.
An sich ist das eigentlich ganz bekömmlich, jedoch würde es mir schwer fallen drei mal am Tag Nsima essen zu müssen. So, das jedenfalls noch mal Schluss, damit ihr natürlich auch ein wenig über die Esskultur hier vor Ort erfahrt...
In diesem Sinne-ich hoffe dann das nächste mal von der Fertigstellung des Schulblocks berichten zu können...
Herzliche Grüße von mir für den Moment und bis demnächst, V.
vincentsziviinmalawi am 29. Januar 11
|
Permalink
|
3 Kommentare
|
kommentieren
Vom Majinyenyeessen, Arbeitsstreiks, dem Auto des Aussenministers und der Regenzeit oder: Weihnachtszeit in Malawi
Guten Tag die Damen und Herren-hier wieder ein aufregender Erfahrungsbericht aus dem äußerst ereignisreichen Leben des Vincent Schnell...
Nun, ich glaube so aufregend ist es nun doch nicht, aber ich will trotzdem mal ein bisschen berichten...
Und zwar hat sich in der letzten Zeit hier einiges getan. Nach langem warten und einer unheimlichen Hitze hat schließlich auch die Regenzeit eingesetzt und das mit einem Gewitter, welches mich nachts wirklich hat aufschrecken lassen als ginge die Welt unter. Nach unglaublichen Getose bin ich mitten in der Nacht aufgewacht und habe mit Armen und Beinen in der Luft rumgerudert als sei gerade alles zusammen gestürzt. Anschließend hat es ohne Unterlass die nachfolgende Woche geregnet und es fühlte sich ein bisschen wie der deutsche Herbst an nur, dass der Regen hier doch etwas stärker scheint. An sich sorgt das Wetter bei mir ordentlich für Verwirrung. Zunächst hatte ich das Gefühl es sei vielleicht noch so Mitte Herbst aufgrund der irren Temperaturen, dann erscheint es mir plötzlich wie im November und schließlich habe ich ein Wochenende am See verbracht und dort schaut es dann wieder so aus...

Und das im Dezember..! ( An jenem Wochenende bin ich dann auch im Auto des Außenministers mitgefahren. Das war ganz witzig, da wir ein an uns vorbeifahrendes Auto herangewinkt haben in der Hoffnung mitgenommen zu werden. Das hat dann auch glückerweise geklappt. Im inneren des Autos saßen dann schließlich ein paar sehr gut gekleidete Herren und wir haben erfahren, dass wir gerade im Auto des Außenminister Platz genommen haben, dieser war jedoch nicht zu Gegen, sondern eben jener sollte gerade abgeholt werden... Nur so ein kleiner Schwank am Rande-Ich habe ihm dann auch nachdem wir abgesetzt wurden ganz herzliche Grüße von mir ausrichten lassen...)
Bevor es übrigens mit der Regenzeit hier losging hatten wir vor einiger Zeit jedoch Probleme mit der Trockenheit, sodass sich auf den Feldern Feuer entfacht haben, die es zu bekämpfen galt. Im Angesicht der Flammen mussten wir dann auf unseren ganz speziellen Feuerwehrwagen zurückgreifen, um schließlich auch Herr über die Lage zu werden...
Was meine Projekte angeht, so ist zu berichten, dass diese ganz gut laufen. Meine Chickengroup hat nun in erweiterter Konstellation auch wieder Beschäftigung gefunden und der Schulblockbau läuft eigentlich auch ganz ordentlich, jedoch haben sich da auch immer wieder kleine Komplikationen aufgetan. So hatte ich zum Beispiel mit einer Arbeitsniederlegung zu kämpfen, da die Arbeiter bezahlt werden wollten und das Geld noch nicht entsprechend übergeben werden konnte, da leider zur entsprechenden Bezeugung der Headchief des Dorfes auf sich warten ließ. Im Endeffekt ging es dann aber doch wieder weiter.
Letztens als ich nachmittags bei der Baustelle war hatten mich dann die Frauen der Arbeiter zum „Majinyenye“ essen eingeladen. Ich hatte mir da im Grunde nichts bei gedacht und war neugierig was das denn sei, jedoch hätte mich schon das Lachen und Kichern der Damen stutzig machen sollen. Jedenfalls wurden mir dann eben besagte „Majinyenye“ in die Hand gedrückt. Und zwar handelt es sich dabei um ziemlich große und ziemlich fette Ameisen, die mir dann über die Hand krabbelten. Gut, also ich muss zugeben lebend habe ich sie nicht gegessen-das war mir dann doch eine Spur zu heftig, aber nachdem sie geröstet wurden habe ich mir natürlich nicht die Blöße gegeben und ich muss sagen-man kann die Dinger essen. Sehr eiweißhaltig, aber nicht schlecht!
So, dann will ich nun auch mal an dieser Stelle dem sehnlichsten Wunsch des Herrn floppa nachkommen und mal mein Zimmer zur Schau stellen-ich hatte es letztes mal leider vergessen. Ich denke da gibt es im Grunde nicht allzu viel zu sagen. Vermutlich haben sich das viele spartanischer vorgestellt, aber im Grunde ist es recht wohnlich!
So, ich weiß gar nicht, ob ich schon von meinen Weihnachtsplänen berichtet hatte. Insofern werde ich mich dann mal kurz halten. Und zwar werde ich mit ein paar anderen Freiwilligen Heilig Abend in Nkhata Bay am See in einer recht gemütlichen Lodge verbringen. Anschließend werden wir dann am 27. nach Likoma, einer kleinen Insel in den Hoheitsgewässern Mosambiks, übersetzen, um dort das neue Jahr zu begehen. (Ihr müsst umbedingt Likoma googlen-es ist ein Traum!!!). Ich denke das ist ein ganz gutes Alternativprogramm. Wirklich wie Weihnachten fühlt es sich bestimmt nicht an, aber es wird bestimmt auch mal witzig auf diese Weise die Geburt Jesu zu feiern...
Wie dem auch sei-das war es von mir für dieses Jahr 2010. Ich danke allen, die diesem Blog ein wenig verfolgen. Es tut doch immer wieder gut, wenn mal wieder das Heimweh ein wenig plagt, die positive Resonanz zu lesen. Ich werde dann im kommenden Jahr wieder von mir hören lassen und dann hoffentlich ein paar traumhafte Fotos von Likoma Island hochladen. In diesem Sinne-euch allen ein Frohes Weihnachtsfest und ein Frohes Neues Jahr...
V.

vincentsziviinmalawi am 18. Dezember 10
|
Permalink
|
5 Kommentare
|
kommentieren
Der liebe lange Alltag und die Arbeit
Hallo Ihr Lieben!
Ich denke es ist mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag... Ich muss sagen ich habe das Gefühl das wesentliche an meinem einjährigen Aufenthalt hier in Malawi bislang im Blog eher außer Acht gelassen zu habe, und zwar das Alltägliche und meine fortlaufende Arbeit, sodass ich dieses mal ein wenig von meiner Arbeit und meinem Alltag beichten werde...
Derzeit ist es hier in Chipunga ziemlich heiß. Wir befinden uns in der heißesten Jahreszeit und warten von Tag zu Tag auf den Regen, der bald mal einsetzen müsste und die Landschaft hier aufblühen lässt. Obwohl Chipunga ja nun mal recht hoch in den Bergen liegt und es eher angenehm kühl ist, ist es im Moment hier ebenfalls unglaublich heiß, jedoch ist das noch kein Vergleich zu den tiefer liegenden Gebieten oder der Gegend am See, sodass es dann doch wieder recht gut aushaltbar ist... Ich muss sagen, dass ich mich an sich sehr auf die Regenzeit freue-ich bin wirklich sehr gespannt wie sich das Leben und eben besonders die Landschaft dann hier gestalten wird, allerdings habe ich auch ein wenig Muffe, da, sofern es beispielsweise mal einen ganzen Tag regnet, die Gefahr besteht hier in Chipunga für eine gewisse Zeit festzusitzen, da die Straße in Richtung Stadt eben eine Dirtroad ist und somit bei extremen Regenfällen nicht mehr befahrbar ist...Oh man, ich bin mal gespannt was das wohl geben wird.
Was gibt es neues von meinen Projekten zu berichten?! Also, zunächst bin ich nun groß in den Schulblockbau eingestiegen, der bislang bis auf ein paar kleine Komplikationen recht gut läuft. Wir versuchen bereits in drei Wochen mit dem Bau durch zu sein, was momentan gar nicht so abwegig aussieht. Meine Aufgabe sieht im Grund wie folgt aus-ich bin täglich mehrere Stunden auf dem Bau anwesend und vergewissere mich, ob auch alles nach Plan läuft. Dabei packe ich dann selbstverständlich auch mal mit an, wo ich helfen kann. Im Grunde geht es vorrangig um meine Anwesenheit. Der Schulblock wird halt mit deutschen Geldern finanziert und Antonia und ich stehen insofern auch in direkter Verbindung mit der Botschaft. Ich kümmere mich dann noch darum, dass auch keine Materialien verschwinden und es gibt im Allgemeinen immer sehr viel Organisatorisches zu klären wenn es zum Beispiel um die Bezahlung der Bricklayer geht und das Geld ja schließlich auch von der Stadt ins Dorf kommen muss oder so.

Hier in Malawi ist es außerdem üblich, dass es etliche Komitees für alles möglich gibt, sodass ich natürlich auch dort immer schön anwesend sein muss, wenn entweder das School-Committee oder das Project-Committee oder eben das Village-Development-Committee tagt... Müssen ja auch schließlich alle Bescheid wissen, was Sache ist. Trotzdem kann das manchmal sehr müßig sein, da ich dann eben zwei Stunden mit dem entsprechenden Komitee zusammensitze, nicht wirklich folgen kann wenn gerade mal wieder in Rage auf Chitumbuka diskutiert wird. Anschließend, muss ich zugeben, ist man immer weich wie ein Brötchen.
Auf den Fotos kann man nun jedenfalls schon mal den Verlaufdes Baus ein wenig nachvollziehen. Zunächst sieht man eben das Fundament und im Moment ziehen die Arbeit die Mauern immer Stück für Stück höher, sodass wir uns nun bereits so circa auf Fensterlevel befinden.
Was das Seminar zum Thema „Direktsaat“ angeht-da hatte ich ja auch bereits das letzte mal von berichtet-habe ich nun ein Probefeld angelegt, um mal auszutesten, was bei dieser alternativen Anbauweise so rum kommt. Der Mais hat sich an sich ganz gut entwickelt nachdem ich dann nochmal in den vergangenen Tagen ordentlich gedüngt habe,jedoch wurden meine Bohnen von hinterhältigen Affen bereits aus der Erde gerissen...

Was mein Hühnerprojekt anbelangt so pausiert dieses zur Zeit, da wie wieder auf neue Hühner warten müssen bis Bernhard, der Farmbesitzer, wieder neue mitbringt. Ferner muss ich mir da nochmal was einfallen lassen was die Rekrutierung neuer Mitglieder angeht, da mit nur zwei Mitgliedern der letzten Phase nicht allzu vielen Jugendlichen geholfen ist, aber das wird sich dann wohl noch in den kommenden Tagen irgendwie ergeben denke ich doch...
Naja, an dieser Stelle, nach nun fast vier Monaten hier Malawi, ist es vielleicht mal an der Zeit Zwischennbilanz zu ziehen. Mir geht es hier soweit echt ganz gut und ich merke, dass ich viel lerne. Ich steigere gerade meinen Marktwert erheblich, da ich hier viel koche, was ich ja vorher so gar nicht drauf hatte, mich als Heimwerker erprobe, nebenbei Hobbylandwirt geworden bin und nun im Begriff bin Gitarre spielen zu lernen. Außerdem ganz zu schweigen von meinen Künsten als Hausmann generell... Es gibt jedoch auch so einiges was ich hier ganz schön vermisse. Ganz oben auf der Liste stehen da eben im kulinartischen Kontext Milchprodukte jeglicher Art. Ich vermisse hier so sehr einen ordentlichen Käse (leider ist Käse in Malawi unglaublich teuer und schmeckt in der Regel nur mit viel Phantasie wie Käse) und zum Beispiel Joghurt. Mit Milchprodukten ist das hier so eine Sache. Alles, was eben nun mal gekühlt werden muss ist hier entsprechend teuer. Man zahlt dann gut und gerne mal für ein paar Gramm so an 4.000 Kwacha-was mal eben 20 Euro entspricht. Was mir jedoch auch sehr fehlt ist Schokolade. Schokolade kann mir hier zwar kaufen-ist zwar auch nicht günstig, aber immerhin gut erhältlich, jedoch bin ich am Anfang dieses Jahres eine Wette eingegangen, dass ich die gesamten 12 Monate über keine Schokolade essen werde. Bisher schlage ich mich ganz wacker, aber warum ich die Wette eingegangen bin weiß ich jetzt auch nicht mehr. Naja, was sonst noch so fehlt ist eben das übliche-sprich: ein ordentliches Vollkornbrot, ein Weizen und zum Beispiel schlichtweg die gute Deutsche Küche.
Was ich aber auch feststellen muss ist, dass ich hier in der Ferne richtig Gefallen an Lüdenscheid gefunden habe. Ich muss mich outen-ich bin ein richtiger Lüdenscheidfan geworden und, da verhältnismäßig echt wenige Freiwillige aus NRW kommen, halte ich natürlich meinem lieben Heimatbundesland die Stange! :-)
Etwas wehmütig bin ich jedoch wenn ich nun an Weihnachten denke. Das wird wohl zweifelohne nicht dasselbe dieses Jahr und es wird schwierig sein in die entsprechende Stimmung zu kommen, auch wenn wir uns ein recht gutes Alternativprogramm ausgedacht haben. Und zwar werden wir in einer kleinen Gruppe von Freiwilligen zusammen in Nkhata Bay am See feiern und anschließend um das neue Jahr zu begehen nach Likoma Island fahren. Das ist eine kleine traumhaftschöne Insel in den Hoheitsgewässern Mosabiks. Es muss dort jedenfalls echt schön sein. Nichtsdestotrotz vermisse ich doch gerade wenn ich an solche Ereignisse denke meine Familie sehr und all die Menschen, die mir wichtig sind... Naja, bis dahin dauert es ja auch noch eine Weile und jetzt gilt es erst einmal den Schulblock fertig zu stellen...
Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden und denke an euch. Ganz liebe Grüße von mir von der Südhalbkugel!
Vince
vincentsziviinmalawi am 20. November 10
|
Permalink
|
5 Kommentare
|
kommentieren
Vom gewohnten Treiben, Elefantenherden, grasenden Flusspferden, einer ungewollten Talwanderung und dem ganz normalen Wahnsinn in Chipunga
Vom gewohnten Treiben, Elefantenherden, grasenden Flusspferden, einer ungewollten Talwanderung und dem ganz normalen Wahnsinn in Chipunga
So, nun sind wieder ein paar Wochen vergangenen und ich dachte mir, dass an dieser Stelle ein Bericht über die letzten Ereignisse nicht schaden könnte...
Mir ist fortwährend recht gut ergangen und in der letzten Zeit hat sich hier in Chipunga und in Malawi überhaupt viel getan. Nicht nur, dass ich nun das Gefühl habe vollends angekommen zu sein und mit der Umgebung und eben den Gegebenheiten bislang gut zurecht komme. Es scheint als habe man langsam einen gewissen Eindruck wie die Uhren hier ticken. Natürlich wird sich das wohl noch ein wenig ändern und auch in Zulunft werden wohl noch viele Eindrücke auf einen warten, die einem doch wieder neues offenbaren, jedoch weiß man nun halt schon so langsam wo man was in der Stadt finden kann und wie man die Dinge hier so ungefähr angehen muss damit auch was bei rumkommt...
Auf der Farm geht soweit alles seinen gewohnten Lauf und ich versuche mich da in dem Zuge auch ordentlich mitzuwirbeln, sodass ich hier im Alltag eigentlich keine Langeweile aufkommen lasse. Unsere „Schweinestube scheint äußerst erfolgreich gewesen zu sein, da die noch einst kleinen und süßen Ferkel nun ganz und gar nicht mehr schnuckelig sind, sondern einfach nur noch fett uund rund. Am Anfang waren die echt mal richtig niedlich, aber die Tage sind wohl vorbei.
In der vergangenen Woche wurden dann auch wieder die Hühner meiner Chickengroup geschlachtet und es wurden erneut neue Rinder angeschafft, die aber dann auch wieder bei Zeit dran glauben müssen, damit schließlich das Fleisch weiter verkauft wird. Für die kommende Woche haben wir hier auf der Farm ein Seminar zum Thema „Direktsaat“ angesetzt, bei dem den Farmwrbeitern, die eben auch im klassischen Sinne Selbstversorger sind, eine bodenschonendere Art der Anbauweise erklärt und demonstriert wird, sodass sie diese theoretisch in der anstehenden Regenzeit, von Novermber bis April, entsprechend umsetzten können.
Nun wohne ich übrigens endlich in unserer einjährigen Konstellation zusammen. Das heißt Antonia, die dritte im Bunde ist im September angekommen und hat sich nun allmählich auf der Farm eingelebt, jedoch hat Lena, mit der ich zusammen in Chipunga angekommen bin, den Einsatzplatz gewechselt. Naja, und dann gibt es ja noch Maya, die Farmmanagerin, sodass ich nun gemütlich mit den beiden Damen in den Bergen von Mzuzu in Chipunga lebe. Jedoch wird uns wohl ab November ein weiterer Deutscher mit seiner Anwesenheit beglücken. Und zwar werden wir noch für ein halbes Jahr einen Praktikanten in unserer gemütlichen Wohngemeinschaft willkommen heißen, was vielleicht auch mal ganz gut tut endlich mal männlich Unterstützung hier zu bekommen... ;-)
Letztens war ich übrigens das erste mal hier im Dorf Fußballspielen, was doch sehr amüsant war muss ich sagen. Natürlich, das versteht sich von selbst haben wir barfuß gespielt, was bei mir etliche Wunden an den Füßen zur Folge hatte. jedenfalls war ich im Vorfeld davon überzeugt denen mal ordentlich zu zeigen wie man Fußball spielt, jedoch musste ich früh feststellen, dass die Dorfjugend doch deutlich geübter im Umgang mit dem unebenen Boden ist als ich das bin. So habe ich mich dann entschlossen mich ins Tor zu stellen, um wenigstens dort eine gute Figur abzugeben. Ich muss jedoch zugeben, dass ich auch dort zu Anfangs alles andere als glücklich aussah, da, eben aufgrund des unebenen Bodens die Bälle kaum zu kalkulieren waren. Im Angesicht der massigen Gegentore war dann jedoch mein Ehrgeiz entsprechend gewachsen, sodass ich keine Mühen und Blessuren gescheut habe und mich hingeworfen habe wie sonst nichts. Und tatsächlich hatte ich schließlich Erfolg und habe mir dann noch weitere Namen hinzuverdient. Und werde ich seitdem auch Oliver Kahn oder Msungu-goalkeeper (weißer Torhüter) genannt. Als ich dann noch einen Schuss versehentlich mit dem Kopf gehalten hatte wurde ich entsprechend gefeiert...
Was die Namen anbelangt, so habe ich doch noch mal einen gewissen Zuwachs zu verzeichnen. Klar, Mr.Luviro, Mr. Schnell, Mr. Nkhata und Vincent sind ja nicht neu, jedoch werde ich jetzt auch noch wahlweise Vin und Vinny gerufen. Naja, und „msungu“ (zu dt. Weißer) wird man ja eh ständig gerufen...
In der letzten Zeit war ich dann auch noch ein wenig touristisch unterwegs. An den Wochenenden muss von der Organisation und von der Farm aus eben nicht arbeiten, sodass sich Antonia und ich und eben noch weitere DED-Freiwillige aus Rumphi zunächst auf den Weg nach Vwaza Marsh gemacht haben. Gut, das wird euch nun vermutlich so nichts sagen... Vwaza Marsh ist ein Game Reserve, demnach ein Wildreservat (also so ähnlich wie ein Nationalpark) nicht allzu weit von Chipunga entfernt. Jedenfalls sind wir am ersten Oktoberwochenende dorthin gefahren und haben uns einen sogenannten „Guided Gamealk“ gegönnt. Das heißt so viel wie eine begleitete Wanderung (oder wahlweise auch Safari) durch das Gelände mit zwei Parkwächtern, die einem dann ein wenig über die Flora und Fauna erzählen. Da wir hier gerade Trockenzeit haben hatten wir entsprechen Glück, da sich in dem Zuge die ganzen Tiere um das Wasserloch aufhalten, sodass wir eine Vielzahl von Tieren beobachten konnten. Besonderes Higghlight war eben die große Elefantenherde. Das war dann auch schließlich der Grund warum wir dann doch ein wneig hetzten mussten, da uns eben jene Elefanten auf den Versen waren. Auf unserer „Fluch“ vor den Elefanten haben wir dann noch Krokodile, Flusspferde (,die die gefährlichsten Tiere des Kontinents sein sollen bzw. die meisten getöteten Touries vorzuweisen haben), Impalas (Antilopenart) und Kudus (ebenfalls eine Antilopenart) erspäht...
Nach der kräftezehrenden Wanderung haben wir schließlich die Nacht über in dem Gamereserve gezelten, zuvor noch die untergehende Sonne bestaunt und zusammen mit Reis aus einem Topf mit den Fingern gegessen. Um sieben Uhr lagen wir dann auch schon in unseren Zelten und haben vor uns hingeschnorchelt bis uns schließlich nachts das Geräusch von irgendwelchen Tieren geweckt hat, wobei wir alle an Elefanten gedachten hatten. In der Hilflosigkeit habe ich das Geräusch zwar vernommen, habe dann aber beschloßen einfach weiter zu schlafen in der Hoffnung am nächsten Morgen noch am Leben zu sein. Naja, und es hat geklappt. Meine Gleichgültigkeit hat sich ausgezahlt, jedoch haben wir dann noch erfahren, dass es sich um grasende Flusspferde gehandelt hat. Gut, hätte ich das gewusst, das unweit von der Stelle wo ich gemütlich am Schlummern war mal eben der gefährlichste Killer Afrikas anzutreffen war, hätte ich vielleicht auch hysterischer reagiert...
Das war jedoch noch nicht alles was ich in der letzten Zeit vom Land erkundet habe. Darüberhinaus waren wir, wieder in der gleichen Konstellation, letztes Wochenende in Livingstonia, einer von Dr. Laws im Jahre 1894 gegründeten Mission im Norden des Landes auf 1360m Höhe knapp 15Km vom Malawisee entfernt. Der aus Schottland stammende Missionar hatte in den Berg ein Krankenhaus gegründet und die zeitweise beste Schule der Kolonie. Er gilt als einer der markantesten Erscheinungen unter den Missionaren.

Jedenfalls hatten wir uns auf den Weg dorthin gemacht, da im Umfeld der Mission eine tolle Landschaft anzufinden ist und eben auch die höchsten Wasserfälle des Landes-die „Manchewe Falls“ , die 270 Meter in die Tiefe stürzen und in dessen Höhlen sich im 19. Jh. wohl viele Menschen vor Sklavenjägern versteckt haben sollen. Naja, zunächst stand ja der Anstieg nach Livingstonia auf dem Programm, der sich als ganz schön kräftezehren erweisen sollt, da wir uns um zwei Uhr Mittags in der prallen Sonne auf den Weg gemacht hatten. Nach vier Stunden des Wanderns und Schwitzens kamen wir schließlich völlig dehydriert in der Lodge an. Doch das eigentliche Abenteuer sollte erst noch vor uns liegen. Der Plan für den folgenden Tag war schlichtweg schnell die Wasserfälle besuchen und dann eine Mitfahrgelegenheit finden, die runter an den See fährt, um möglichst noch einen schönen Strandtag am See zu verbringen... Tja, dam war dann halt eben nicht so. Zwar hatten wir planmäßig die Wasserfälle früh gefunden, jedoch ergaben sich dann gewisse „unplanmäßige Komplikationen“. Auf der Suche nach einen „Pool“ zum Baden und einer Höhle hinter dem Wasserfall trafen wir Einheimische, die uns hinführen wollten. Zuversichtlich und nichts ahnend sind wir dann zwei Damen gefolgt. Als wir jedoch eine Stunde später am Flusslauf und unter im Tal angekommen waren, stellte sich heraus, dass die beiden Frauen uns wohl scheinbar nicht so ganz recht verstanden hatten. Verzweifelt fanden wir uns im Nirgendwo wieder ohne Pool, ohne Höhle und eben auch nicht in der Nähe vom See. Zu dem Zeitpunkt waren wir dann alle etwas gefrustet, da wir wieder hoch musste, um überhaupt irgendwo hinzukommen. Wir waren jetzt also unten im Tal, aber um zum See zu kommen mussten wir wieder hoch auf den Berg zur Hauptstraße. Etwas sauer haben wir dann auf die Hilfe der Frauen verzichtet und uns dann nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg gemacht den Berg zu erklimmen. Das ging auch eigentlich ganz gut. Oben wieder angekommen haben wir dann auch den Weg gefunden, der zum Pool führte, der maximal fünf Minuten von der Hauptstraße entfernt war. Tjaha, und wir haben mal eben knapp vier Stunden gebraucht. Und so wie es kommen musste haben wir auch keine Mitfahrgelegenheit nach unten finden könnnen, sodass wir noch mal drei Stunde bis zum See gebraucht haben. Da war dann nichts mehr mit Strandtag oder so... Aber dafür dann am nächsten Tag wenigstens für ein paar Stunden bis Antonia und ich den Weg in Richtung Chipunga einschlagen mussten...
So viel zu meinen touristischen Aktivitäten. In Chipunga wird es bald mit dem Bau eines neuen Schulblocks für die Primaryschool losgehen und da werde ich mich dann wohl bei der konkreten Umsetzung einklinken bzw. anwesend sein, damit das auch entsprechend ordnungsgemäß abläuft. Darauf freue ich mich schon sehr und bin gespannt wie das alles so voran gehen wird. Ich glaube ich könnte gerade noch ewig so weiter schreiben, aber das hebe ich mir dann für das nächste mal auf...
In diesem Sinne, einen ganz herzlichen Gruß an alle, die den Blog verfolgen. Ich hoffe ihr seid mir nachsichtig, dass ich nicht jede zweite Woche was neues hochlade. Muss ja schließlich auch spannend bleiben. So viel von mir. Bis demnächst
vincentsziviinmalawi am 23. Oktober 10
|
Permalink
|
2 Kommentare
|
kommentieren
sten paar Wochen in Chipunga...
Hallihallo allerseits. Nachdem nun doch ein wenig mehr Zeit verstrichen ist will mal an dieser Stelle einen ersten Zwischenbericht von meinem Einsatzort aus geben...

Ich habe die vergangenen Wochen doch soweit ganz interessante und nennenswerte Erfahrungen gemacht und Dinge erlebt. So versuche ich mich derzeit als Tüftler und Bastler. Ich bin nämlich stolzer Schweinestalltürrepariere! Da nämlich einer unserer zwei Türen nicht mehr so recht funktionieren wollte habe ich mich zusammen mit Maya, der Farmmanagerin ans Werk gemacht, um diese erfolgreich wieder zu reparieren! Und da war nun mein Ehrgeiz geweckt, sodass ich mich im gleichen Zuge dran gemacht habe, um einen ultracoolen Wäscheständer aus Bambus für uns zu bauen. Es hört sich doof an, aber es hat echt Spaß gemacht aus „Nichts“ „Etwas“ zu bauen, was einen gewissen Nutzen für uns hat und die Lage bezüglich des Waschens erleichtert.
Naja, aber nochmal um auf die Schweine zurückzukommen-wir mussten nun eine „Schweinekinderstube“ einrichten, da nämlich eine Sau Ferkel geworfen hat (sagt man das so? Ich hoffe mal...). Neun kleine Ferkel hatten wir zu Anfangs jedoch hat sich das dann nochmal reduziert auf sechs, da sich die liebe Muttersau auf der drei der neugeborenen draufgelegt hat. Naja, schließlich hat sie es sich dann auch nicht nehmen lassen die kleinen lecker und pragmatisch zu verspeisen...

Nun, und dann war ich letztens das erste mal am See und hab es mir ein Wochenende gut gehen lassen. Es ist schon echt praktisch mal eben innerhalb von vielleicht gerade mal drei Stunden am See zu sein. Im Grunde hat das einfach einen netten „Kurzurlaubcharakter“, den man sich gerne mal von Zeit zu Zeit erlaubt.

Naja, hier auf der Farm bin ich zumeist damit beschäftigt irgendwie mitzuwirbeln und mich etwas an der Arbeit zu beteiligen. Jedoch, das habe ich noch gar nicht erwähnt, muss ich zugeben, dass der Banner oben mit der Malawiflagge und den Kaffeebohnen im Grunde überholt und gar nicht mehr aktuell ist, da zum einen der malawische Präsident, Bingu wa Mutharika, die Flagge mal eben geändert hat und, da die Farm ihr Hauptaugenmerk gar nicht mehr auf Kaffee, sondern auf Macadamianüsse legt...
In der letzten Zeit hatte ich mich hier immer über leichte Kopfschwerzen und Schwindelgefühl beklagt. Ich hatte erst gedacht es käme wohl von der Malariaprophylaxe, sodass ich diese abgesetzt hatte, jedoch hatte ich dann noch fortwährend diese Kopfschmerzen und bin dann mal am vergangenen Montag zum Arzt in die Stadt gefahren und zu meinem Erstaunen wurde festgestellt, dass ich Malaria habe ohne bislang jemals hier Fieber oder ähnliches gehabt zu haben. Da ich nun seit drei Wochen auch schon diese Beschwerden habe, muss ich bereits in den ersten 10 Tagen hier in Malawi gestochen worden sein. Auf Grund dessen habe ich dann halt Malariamedikamente bekommen und habe mich die letzten Tage ins Bett gepflanzt. Jetzt geht es mir eigentlich schon wieder ganz gut. Etwas nervig war halt die letzte Woche, da ich mich eben schonen musste und so die ganze Zeit im Haus rumhängen musste, was mich schon tierisch genervt hat! Das hat mich eben auch deshalb so genervt, da ich mich in den vorherigen drei Wochen ja auch nicht geschont hatte. So bin ich zum Beispiel noch den Samstag zuvor mit drei Farmarbeitern in die Stadt gefahren, um dort sechs Ochsen abzuholen, die von dort aus zur Farm getrieben werden sollten, da der Farmbesitzer halt eben jene Ochsen gekauft hatte, um diese dann nach und nach zu schlachten. Und naja, so sind wir dann eben zu viert 30 Km von Mzuzu aus bis zur Farm gelaufen (und das mit Malaria)! Nach sechs Stunden sind wir dann auch endlich angekommen... Aber ich bin jetzt jedenfalls schon mal ganz stolz, da ich jetzt ja bereits die erste Malaria hinter mir habe und die ja nun wirklich nicht schlimm war. Ich hoffe nun noch, dass ich am kommenden Montag wieder voll zur Sache gehen kann und meinem Tagesablauf wieder folgen kann. Noch so eine Woche bloßes rumgammeln halte ich beim besten Willen nicht aus. Und jetzt am Dienstag wird dann auch Antonia, eine weitere Weltwärtsfreiwillige hier ankommen und einziehen, sodass wir dann in unserer Konstellation komplett sind und wir dann nach gewisser Einführungszeit ihrerseits aus gemeinsam gewisse Projekte und Vorhaben, die der ansäßigen Gemeinschaft dienen, ins Auge fassen und angehen können. Momentan ist der Bau eines Ofens in Chipunga geplant, sodass man dann auch hier vor Ort Brot erwerben kann. Das wird dann in näherer Zukunft mein Projekt sein neben der fortwährenden Betreuung des „Chicken-projects“, bei dem ein paar Jugendliche sechs Wochen Hühner großziehen und sie dann pro Kg an den Farmbesitzer verkaufen, der die dann wieder weiter verkauft an die Universität in Mzuzu. In den Zuge sollen die Jugendlichen einen gewissen Profit machen und Verantwortung übertragen bekommen. Naja, und dann soll irgendwann im Laufe des Oktobers der deutsche Botschafter hier in Chipunga vorbeischauen, da vor kurzem der Bau und eben die Finanzierung eines neuen Schulblocks von Seiten der Deutschen Botschaft aus bewilligt wurde.

Da ja noch die Frage nach dem Essen aufkam, so kann ich dich beruhigen Esther. In nächster Zeit wird wohl kein Schwein dran glauben müssen. Zumesit müssen wir uns mit Reis begnügen und labrigen Toast. Noch ist das auszuhalten, aber ich glaube nach einer gewissen Zeit bekommt man da doch gewltigen Heißhunger, aber wir werde sehen...
Also, hier läuft alles soweit ganz gut und ich werde dann wieder in Zukunft Bericht erstatten, was sich hier so auf der Farm tut. Bis dahin sende ich ganz liebe Grüße nach Deutschland oder eben nach Australien, Neuseeland, Amerika oder wo auch immer ihr euch gerade rumtreibt... Ich denke viel an euch vermisse doch durchaus den ein oder anderen. Bis dahin, Tiwonanenge...
Die er
vincentsziviinmalawi am 18. September 10
|
Permalink
|
3 Kommentare
|
kommentieren
Gut in Chipunga angekommen
Hallo ihr Lieben!
Besten Dank erst mal fuer die netten Komentare...
Nun melde ich mich das erste mal von meinem Einsatzplatz aus. Ich bin nach den zehn Tagen Einführungsseminar in Lilongwe am vergangenen Montag nun endlich gut in Chipunga angekommen...
Hier werde ich mit zwei weiteren Freiwilligen und der Farmmanagerin, die auch aus Deutschland kommt, die nächsten 12 Monate zusammenleben. Während meine beiden Mitbewohnerinnen für die Primaryschool und für Gesundheitsangelegenheiten zuständig sind, bin ich der „Agricultureman“. Das heißt zunächst, dass ich in der nächsten Zeit erst einmal ein wenig auf der Farm mitarbeiten werde, um einen Eindruck von der Arbeit vor Ort zu bekommen und die Leute kennenzulernen. Bislang stand insofern Macadamiabäume beschneiden, morgens die Schwein füttern, Kaffee sortieren und Macadamianüsse öffnen und sortieren auf dem Programm. Derweil übe ich mich natürlich auch schon fleißig in Chitumbuka, der hiesigen Sprache, die mir echt Spaß macht!
Noch bin ich quasi in der „Kennenlernphase“, sodass ich mich erst einmal mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen muss und mir dann im Laufe der nächsten Zeit Gedanken machen werde über mögliche Projekte, wobei ich aller Voraussicht nach doch einiges Im Jugendbereich machen möchte und da eben mit den anderen beider Freiwilligen zusammenarbeiten werde. Was jedoch schon am laufen ist und was es für mich weiterzuführen gilt ist das Hühnerprojekt, bei dem vier Jugendliche zusammen Hühner großziehen, um diese dann später rentabel zu verkaufen. Darüberhinaus soll hier bald ein weiterer Schulblock gebaut werden, der von Seiten der Deutschen Botschaft finanziert werden soll, sodass wir dann auch im Oktober Besuch des Botschafters empfangen werden. Ferner gilt es für mich in nächster Zeit einen Workshop zum Thema „Direktsaat“ für die ansässigen Leute zu organisieren. Naja, und alles weitere wird sich dann wohl mit der Zeit ergeben...
Wie muss man sich Chipunga vorstellen!?
Also, dazu sei zu sagen, dass Chipunga zunächst ungefähr 20 Km östlich von Mzuzu, der nächst größeren Stadt befindet. Es scheint zunächst mitten im Nirgendwo ein paar Farmgebäude zu stehen umzingelt von einer Art Bergkette. Ca. vier Minuten Fußmarsch entfernt steht dann unser Wohnhaus, in dem es momentan zumindest im Wohnzimmer/Küche noch eher baustellenartig aussieht. Vor dem Haus steht ein Wasserturm, der alle paar Tage mit Hilfe eines Ochsenkarrens wieder aufgefüllt werden muss, sodass wir hier oben auch schön Wasser haben. Zum Duschen gehe ich jedoch wieder runter zur Farm, da sonst hier oben bei uns das Wasser so schnell wieder verbraucht wäre. Nunmehr dürfen wir auch noch in den Genuss kommen abends ein zwei Stunden Strom zu haben, um alles aufzuladen und immerhin bei Licht kochen zu können-das ist wohlbemerkt erst seit kurzem so! Internet gibt es jedoch erst wieder in Mzuzu, also werde ich da nicht alltzu oft in den Gnuss kommen...
Geht man mal ein bisschen in der Umgebung unher lassen sich dann auch die Häuser der ansässigen Bevölkerung finden, die jedoch weit gestreut sind. Wie ich ja bereits mal geschrieben hatte sieht ein Tagesablauf hier in Malawi etwas anders aus als in Deutschland, da man sich doch nach dem Licht richtet, weil ja schließlich die meisten Menschen in der direkten Umgebung hier auf dem Land keine Stromversorgung haben. Ich stehe hier um halb sechs auf, da nachdem es unten auf der Farm dreimal gegongt hat um halb sieben mit der Arbeit losgeht bzw. dann erst einmal die Versammlung und Arbeitsaufteilung losgeht. Die Arbeit geht täglich bis halb drei bis dann die Arbeiter selbst noch auf ihren eigenen Feldern arbeiten. In dem Zuge lerne ich noch ein wenig Chitumbuka oder lese oder beteilige mich natürlich auch mal ein wenig am Haushalt. Abends haue ich mich dann so gegen neun Uhr in die Falle und schlafe bei romantischem Schweinegegrunze ein... Na gut, soviel für´s erste von mir aus Chipunga. Ich hoffe euch geht es allen soweit gut. Bis auf weiteres Tiwonanenge-achja, mein regionaler Name ist übrigens Mr. Luviro (zu dt. : Mr. Schnell) oder Mr. Nkhata lll. (warum auch immer..), also
euer Mr. Luviro
(naechste mal stelle ich dann auch mal ein paar Fotos hoch..)
vincentsziviinmalawi am 28. August 10
|
Permalink
|
2 Kommentare
|
kommentieren
Monile mose...
So, hier jetzt der erste Blogeintrag aus Malawi. Ich bin mit nun also gut in Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, mit vier weiteren Freiwilligen angekommen. Nachdem wir mit dem Fliger über Johannesburg geflogen sind, steht jetzt erstmal unmittelbar ein gewisses Einführungsseminar im Weltwärtshaus statt. Angekommen am Flughafen in Lilongwe mussten wir doch feststellen, dass es entgegen der allgemeinen Vorstellung, dass es in Afrika immer(!) super heiß ist, doch ziemlich kühl ist. Zu fünft wurden wir gestern eben vom Flughafen von unserer DED-Mentorin abgeholt und eben in jenes Weltwärtshaus gebracht. Nach kurzer „Ankommensphase“ stand erstmal eine Stärkung auf dem Plan und zwar typische malawisch: Pizza und Papaya. Man muss sich diese Weltwärtshaus als eine für die Freiwilligen offene Bleibe in der Hauptstadt vorstellen, sodass wir dann auch gestern die „alten“ Freiwilligen, die dann bald abreisen werden, kennen gelernt haben. Relativ fix, bereits um kurz nach sechs, ging dann auch schon die Sonne unter und wir haben uns auf den Weg in ein Restaurant gemacht. Wirklich fündig sind wir erst bei der dritten Anlaufstelle geworden, da das erste Restaurant schlicht geschlossen und das zweite keinen Strom hatte. Naja, und dann stand eben wieder Pizza auf dem Plan. Nachdem ich aber die vorherige Nacht im Flieger überhaupt nicht schlafen konnte, kam es mir doch recht früh schon in der Dunkelheit wie die tiefste Nacht vor... Man sagt wohl auch, dass in Malawi Mitternacht bereits um neun Uhr ist. ich bin mal gespannt wie sich das die Tage so entwickeln wird.
Nun bin ich jedenfalls noch bis nächste Woche Sonntag in Lilongwe, um das Einführungsseminar mitzumachen. Wir werden dann am 23. von einer DED-Mentorin nach Chipunga gefahren, um endlich dort anzukommen, wo ich dann schließlich das kommende Jahr verbringen werde... In diesem Sinne-mir geht es hier jedenfalls ganz gut soweit. In Chipunga werde ich keinen Internetzugang haben, sodass ich wohl nochmal in den kommenden Tagen was schreiben werde. Bis dahin- Ndaluta...
vincentsziviinmalawi am 13. August 10
|
Permalink
|
5 Kommentare
|
kommentieren
Herzlich Willkommen!
Oh Yes-ich bin stolzer Besitzer eines Blogs-und damit bin ich im Stande die interaktive Welt global mit mal mehr oder gelegentlich auch minder wichtigen Inhalten und Informationen zu versorgen und zu belästigen! Und dies ist mein erster Eintrag...
Wie dem auch sei-Herzliches Willkommen auf meiner Blog-Seite. Ich werde in den kommenden 12 Monaten gelegentlich an dieser Stelle ein Lebenszeichen hinterlassen und ein wenig von meinen Erlebnissen und meiner Arbeit aus Malawi berichten. In diesem Zuge muss man sich vor Augen führen, dass Malawi gegenüber der Bundesrepublik zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Ca. 12% der 15- bis 49-jährigen sind HIV-positiv, 24% der Menschen in Malawi haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, man geht derzeit von 560.000 AIDS-Waisen aus, 74% lebt unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag und das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt gerade einmal 256 US-Dollar. Anhand des HDI (Human Development Index) ist Malawi als „Länder niederen Entwicklungsstandes“ kategorisiert zusammen mit Ländern wie beispielsweise Afghanistan, Äthiopien und der Demokratischen Republik Kongo. Insofern möchte ich auch die Gelegenheit nutzen eben auf jene Verhältnisse aufmerksam zu machen. Wenn man mal ehrlich ist, so wissen wir doch nicht allzu viel über den kleinen Binnenstaat im südliche Afrika-kein Vorwurf-genau so ging es mir im Vorfeld auch...
In nicht allzu langer Zeit geht es los in Richtung Malawi auf die Südhalbkugel, um dort meinen Zivildienst auf einer Kaffeefarm in Chipunga zu absolvieren. Derzeit sind noch so einige Vorbereitungen organisatorischer Gattung zu treffen-nichtsdestotrotz freue ich mich schon riesig und bin schon gespannt darauf nächste Woche beim Vorbereitungsseminar meine Mitbewohnerinnen kennen zu lernen. Ich genieße nun noch die verbliebene Zeit Daheim und verbleibe bis auf weiteres mit vielen Grüßen...
vincentsziviinmalawi am 08. Juli 10
|
Permalink
|
|