> Vincents Zivi in Malawi : 2010-09-18
Samstag, 18. September 2010
sten paar Wochen in Chipunga...
Hallihallo allerseits. Nachdem nun doch ein wenig mehr Zeit verstrichen ist will mal an dieser Stelle einen ersten Zwischenbericht von meinem Einsatzort aus geben...
unser Wohnhaus
Ich habe die vergangenen Wochen doch soweit ganz interessante und nennenswerte Erfahrungen gemacht und Dinge erlebt. So versuche ich mich derzeit als Tüftler und Bastler. Ich bin nämlich stolzer Schweinestalltürrepariere! Da nämlich einer unserer zwei Türen nicht mehr so recht funktionieren wollte habe ich mich zusammen mit Maya, der Farmmanagerin ans Werk gemacht, um diese erfolgreich wieder zu reparieren! Und da war nun mein Ehrgeiz geweckt, sodass ich mich im gleichen Zuge dran gemacht habe, um einen ultracoolen Wäscheständer aus Bambus für uns zu bauen. Es hört sich doof an, aber es hat echt Spaß gemacht aus „Nichts“ „Etwas“ zu bauen, was einen gewissen Nutzen für uns hat und die Lage bezüglich des Waschens erleichtert.
Naja, aber nochmal um auf die Schweine zurückzukommen-wir mussten nun eine „Schweinekinderstube“ einrichten, da nämlich eine Sau Ferkel geworfen hat (sagt man das so? Ich hoffe mal...). Neun kleine Ferkel hatten wir zu Anfangs jedoch hat sich das dann nochmal reduziert auf sechs, da sich die liebe Muttersau auf der drei der neugeborenen draufgelegt hat. Naja, schließlich hat sie es sich dann auch nicht nehmen lassen die kleinen lecker und pragmatisch zu verspeisen...
Die Farm vom Wohnhaus aus
Nun, und dann war ich letztens das erste mal am See und hab es mir ein Wochenende gut gehen lassen. Es ist schon echt praktisch mal eben innerhalb von vielleicht gerade mal drei Stunden am See zu sein. Im Grunde hat das einfach einen netten „Kurzurlaubcharakter“, den man sich gerne mal von Zeit zu Zeit erlaubt.
am See
Naja, hier auf der Farm bin ich zumeist damit beschäftigt irgendwie mitzuwirbeln und mich etwas an der Arbeit zu beteiligen. Jedoch, das habe ich noch gar nicht erwähnt, muss ich zugeben, dass der Banner oben mit der Malawiflagge und den Kaffeebohnen im Grunde überholt und gar nicht mehr aktuell ist, da zum einen der malawische Präsident, Bingu wa Mutharika, die Flagge mal eben geändert hat und, da die Farm ihr Hauptaugenmerk gar nicht mehr auf Kaffee, sondern auf Macadamianüsse legt...

In der letzten Zeit hatte ich mich hier immer über leichte Kopfschwerzen und Schwindelgefühl beklagt. Ich hatte erst gedacht es käme wohl von der Malariaprophylaxe, sodass ich diese abgesetzt hatte, jedoch hatte ich dann noch fortwährend diese Kopfschmerzen und bin dann mal am vergangenen Montag zum Arzt in die Stadt gefahren und zu meinem Erstaunen wurde festgestellt, dass ich Malaria habe ohne bislang jemals hier Fieber oder ähnliches gehabt zu haben. Da ich nun seit drei Wochen auch schon diese Beschwerden habe, muss ich bereits in den ersten 10 Tagen hier in Malawi gestochen worden sein. Auf Grund dessen habe ich dann halt Malariamedikamente bekommen und habe mich die letzten Tage ins Bett gepflanzt. Jetzt geht es mir eigentlich schon wieder ganz gut. Etwas nervig war halt die letzte Woche, da ich mich eben schonen musste und so die ganze Zeit im Haus rumhängen musste, was mich schon tierisch genervt hat! Das hat mich eben auch deshalb so genervt, da ich mich in den vorherigen drei Wochen ja auch nicht geschont hatte. So bin ich zum Beispiel noch den Samstag zuvor mit drei Farmarbeitern in die Stadt gefahren, um dort sechs Ochsen abzuholen, die von dort aus zur Farm getrieben werden sollten, da der Farmbesitzer halt eben jene Ochsen gekauft hatte, um diese dann nach und nach zu schlachten. Und naja, so sind wir dann eben zu viert 30 Km von Mzuzu aus bis zur Farm gelaufen (und das mit Malaria)! Nach sechs Stunden sind wir dann auch endlich angekommen... Aber ich bin jetzt jedenfalls schon mal ganz stolz, da ich jetzt ja bereits die erste Malaria hinter mir habe und die ja nun wirklich nicht schlimm war. Ich hoffe nun noch, dass ich am kommenden Montag wieder voll zur Sache gehen kann und meinem Tagesablauf wieder folgen kann. Noch so eine Woche bloßes rumgammeln halte ich beim besten Willen nicht aus. Und jetzt am Dienstag wird dann auch Antonia, eine weitere Weltwärtsfreiwillige hier ankommen und einziehen, sodass wir dann in unserer Konstellation komplett sind und wir dann nach gewisser Einführungszeit ihrerseits aus gemeinsam gewisse Projekte und Vorhaben, die der ansäßigen Gemeinschaft dienen, ins Auge fassen und angehen können. Momentan ist der Bau eines Ofens in Chipunga geplant, sodass man dann auch hier vor Ort Brot erwerben kann. Das wird dann in näherer Zukunft mein Projekt sein neben der fortwährenden Betreuung des „Chicken-projects“, bei dem ein paar Jugendliche sechs Wochen Hühner großziehen und sie dann pro Kg an den Farmbesitzer verkaufen, der die dann wieder weiter verkauft an die Universität in Mzuzu. In den Zuge sollen die Jugendlichen einen gewissen Profit machen und Verantwortung übertragen bekommen. Naja, und dann soll irgendwann im Laufe des Oktobers der deutsche Botschafter hier in Chipunga vorbeischauen, da vor kurzem der Bau und eben die Finanzierung eines neuen Schulblocks von Seiten der Deutschen Botschaft aus bewilligt wurde.
Ich als Ochsentreiber...
Da ja noch die Frage nach dem Essen aufkam, so kann ich dich beruhigen Esther. In nächster Zeit wird wohl kein Schwein dran glauben müssen. Zumesit müssen wir uns mit Reis begnügen und labrigen Toast. Noch ist das auszuhalten, aber ich glaube nach einer gewissen Zeit bekommt man da doch gewltigen Heißhunger, aber wir werde sehen...

Also, hier läuft alles soweit ganz gut und ich werde dann wieder in Zukunft Bericht erstatten, was sich hier so auf der Farm tut. Bis dahin sende ich ganz liebe Grüße nach Deutschland oder eben nach Australien, Neuseeland, Amerika oder wo auch immer ihr euch gerade rumtreibt... Ich denke viel an euch vermisse doch durchaus den ein oder anderen. Bis dahin, Tiwonanenge...
Die er