> Vincents Zivi in Malawi : 2011-05-18
Mittwoch, 18. Mai 2011
Mission accomplished-Preschool steht und hat bereits den Betrieb aufgenommen..!
Alles scheint bestens! Tatsächlich kann ich nun verkünden, dass auch die letzten Arbeitsschritte der Preschoolrenovierung ohne Probleme vonstatten gehen konnte und die Preschool bereits fertiggestellt und im Betrieb ist...

Insofern standen die letzten Arbeitswochen gänzlich im Zeichen dieses Unterfangens. Auf dem Plan stand daher zunächst die Beendigung der Arbeit von Seiten des Maurers, das vollständige Verputzen der Wände, und die des Schreiners, die Anfertigung zweier Türen, ein neuer Türrahmen und zehn kleinen Bänken für die Kiddies. Nachdem diese Arbeiten jedoch vervollständigt wurden, war ich an der Reihe ein wenig körperlich tätig zu werden. Ich wollte es mir natürlich nicht nehmen lassen der Räumlichkeit ganz persönlich den entscheidenden Feinschliff zu verpassen. Mit Farbe und Pinseln bis auf die Zähne bewaffnet malte ich mich förmlich in Ekstase, um dieser Res sacra Herr zu werden. Drei Tagen des kreativen Schaffens bedurfte dieser Arbeitsschritt bis die tatsächliche Arbeit nunmehr abgeschlossen war. Und hier das Resultat dessen....

Tafel und Tuer


Elefant...


Schrank

...mit Kiddies

Eingangsbereich


Damit konnte die Preschool aber noch nicht ihren Betrieb aufnehmen schließlich bedarf die „Neuetablierung“ einer solchen Vorschule auch eine ordentliche Einweihungsparty mit standesgemäßer Einladung aller zuständigen Kommittees, der Vorsitzenden jener Kommittees und der Chiefs (den Oberhäuptern) der Region Chipunga!
Nun ist zu erwähnen, dass solche „Parties“ immer einem recht strengen Ablauf folgen und eher sehr steif und alles andere als locker und fröhlich sind. Der Ablauf sieht ungefähr wie folgt aus: ein paar wichtige Leute halten Reden, danach wird kurz zur Musik getanzt (was auch eher gezwungen scheint) und schließlich wird gegessen.
Organisatorisch hieß das für mich eigentlich nur das Essen besorgen und die „wichtigen“ Leute einladen sowie natürlich die Eltern der Kinder, um auch ordentlich Werbung zu machen.
Wider meinen Erwartungen hat sich die Feierlichkeit als sehr heiter und locker gestaltet. Aufgrund der Anwesenheit vieler Eltern samt Kinder wirkte alles ungewohnt ungezwungen, obgleich die Feier der gängigen Prozedur folgte. Schließlich habe ich den Gästen Reis mit Bohnen serviert, was hier in Malawi ein durchaus angesehenes Essen ist.

Einweihungsfeierlichkeiten

Chief Chimojimoji beim Essen

Nachdem auch dieser Programmpunkt abgehakt war, konnte es nun endlich ans eingemachte gehen, indem wir wirklich den Unterricht beginnen lassen konnten!

Unterricht

Seit Neueröffnung der Preschool konnten wir bisher stetig steigende Zahlen der anwesenden Kinder verzeichnen. Letzter Stand der Dinge waren immerhin 19 Kinder(!), die nun der Vorschule beiwohnen...

Ich versuche mich nun was die Preschool angeht eher in Zurückhaltung zu üben, da es schließlich von den Anwohnern selbst getragen und organisiert werden soll. Zwar stehe ich natürlich den Lehrern bei irgendwelchen Problemen sofort zur Verfügung und auch so werde ich wohl ein bis zwei mal in der Woche dort anwesend sein, um quasi nach dem Rechten zu sehen, trotzdem soll die Vorschule jedoch möglichst unabhängig und eigenständig laufen, sodass der Fortbestand auch nach meinem Abschied gewährleistet ist...

Unterdessen habe ich mich übrigens über Ostern einer Wanderexpedition gewidmet. Mit ein paar anderen Freiwilligen haben wir uns waghalsig auf den Weg gemacht den höchsten Gipfel Südostafrikas zu erklimmen. Drei Tage der körperlichen Ertüchtigung ließen dieses Ostern nicht gerade als gemütliches Familienfest erscheinen. Ziel unserer Odyssee war der Sapitwa (3002m), der damit wohl bemerkt höher ist als die Zugspitze. „Sapitwa“ heißt übrigens zu deutsch „Geh nicht dorthin“, was uns schon ein wenig ängstigte, aber keineswegs von unserem Vorhaben abbrachte!
An sich war es schlichtweg eine ganz nette Wandertour, die wir auf eben jenem Gipfel angekommen mit dem Verzehr mir zugeschickter, köstlicher belgischer Honigwaffeln feierten...

Ueber den Wolken

Was meinen weiteren Verbleib in Malawi angeht, so werde ich mich nun der Verwirklichung eines Ofenprojektes widmen, was so viel bedeutet wie einen solchen hier in Chipunga zu bauen, um der Bevölkerung vor Ort die Möglichkeit des (Brot-)Backens zu eröffnen... Ich bin gespannt, was sich da noch machen lässt. Die Berichterstattung wird dann selbstverständlich folgen...

Übrigens ist am ersten Mai auch endlich unsere Berta zur Welt gekommen, auf die wir schon eine ganze Weile sehnsüchtigst gewartet hatten und das will ich Euch natürlich nicht vorenthalten...

Berta

So stehen jedenfalls die Dinge bei mir. Die nächsten Zeit wird es mich wohl noch in Chipunga halten, bevor ich dann mit meinem noch aufgespartem Resturlaub im Juni so langsam das „Spaßprogramm“ in den Angriff nehmen werde und die noch verbleibende Zeit reisend verbringen werde. Insofern kann der nächste Blogeintrag eventuell ein bisschen auf sich warten lassen-ich hoffe Ihr seid mir nachsichtig... In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute und sende ganz liebe Grüße in die Heimat. In nicht mal drei Monate werde ich wieder deutschen Boden betreten, worauf ich mich schon unheimlich freue...

-Vincent