Vom gewohnten Treiben, Elefantenherden, grasenden Flusspferden, einer ungewollten Talwanderung und dem ganz normalen Wahnsinn in Chipunga
Vom gewohnten Treiben, Elefantenherden, grasenden Flusspferden, einer ungewollten Talwanderung und dem ganz normalen Wahnsinn in Chipunga
So, nun sind wieder ein paar Wochen vergangenen und ich dachte mir, dass an dieser Stelle ein Bericht über die letzten Ereignisse nicht schaden könnte...
Mir ist fortwährend recht gut ergangen und in der letzten Zeit hat sich hier in Chipunga und in Malawi überhaupt viel getan. Nicht nur, dass ich nun das Gefühl habe vollends angekommen zu sein und mit der Umgebung und eben den Gegebenheiten bislang gut zurecht komme. Es scheint als habe man langsam einen gewissen Eindruck wie die Uhren hier ticken. Natürlich wird sich das wohl noch ein wenig ändern und auch in Zulunft werden wohl noch viele Eindrücke auf einen warten, die einem doch wieder neues offenbaren, jedoch weiß man nun halt schon so langsam wo man was in der Stadt finden kann und wie man die Dinge hier so ungefähr angehen muss damit auch was bei rumkommt...
Auf der Farm geht soweit alles seinen gewohnten Lauf und ich versuche mich da in dem Zuge auch ordentlich mitzuwirbeln, sodass ich hier im Alltag eigentlich keine Langeweile aufkommen lasse. Unsere „Schweinestube scheint äußerst erfolgreich gewesen zu sein, da die noch einst kleinen und süßen Ferkel nun ganz und gar nicht mehr schnuckelig sind, sondern einfach nur noch fett uund rund. Am Anfang waren die echt mal richtig niedlich, aber die Tage sind wohl vorbei.
In der vergangenen Woche wurden dann auch wieder die Hühner meiner Chickengroup geschlachtet und es wurden erneut neue Rinder angeschafft, die aber dann auch wieder bei Zeit dran glauben müssen, damit schließlich das Fleisch weiter verkauft wird. Für die kommende Woche haben wir hier auf der Farm ein Seminar zum Thema „Direktsaat“ angesetzt, bei dem den Farmwrbeitern, die eben auch im klassischen Sinne Selbstversorger sind, eine bodenschonendere Art der Anbauweise erklärt und demonstriert wird, sodass sie diese theoretisch in der anstehenden Regenzeit, von Novermber bis April, entsprechend umsetzten können.
Nun wohne ich übrigens endlich in unserer einjährigen Konstellation zusammen. Das heißt Antonia, die dritte im Bunde ist im September angekommen und hat sich nun allmählich auf der Farm eingelebt, jedoch hat Lena, mit der ich zusammen in Chipunga angekommen bin, den Einsatzplatz gewechselt. Naja, und dann gibt es ja noch Maya, die Farmmanagerin, sodass ich nun gemütlich mit den beiden Damen in den Bergen von Mzuzu in Chipunga lebe. Jedoch wird uns wohl ab November ein weiterer Deutscher mit seiner Anwesenheit beglücken. Und zwar werden wir noch für ein halbes Jahr einen Praktikanten in unserer gemütlichen Wohngemeinschaft willkommen heißen, was vielleicht auch mal ganz gut tut endlich mal männlich Unterstützung hier zu bekommen... ;-)
Letztens war ich übrigens das erste mal hier im Dorf Fußballspielen, was doch sehr amüsant war muss ich sagen. Natürlich, das versteht sich von selbst haben wir barfuß gespielt, was bei mir etliche Wunden an den Füßen zur Folge hatte. jedenfalls war ich im Vorfeld davon überzeugt denen mal ordentlich zu zeigen wie man Fußball spielt, jedoch musste ich früh feststellen, dass die Dorfjugend doch deutlich geübter im Umgang mit dem unebenen Boden ist als ich das bin. So habe ich mich dann entschlossen mich ins Tor zu stellen, um wenigstens dort eine gute Figur abzugeben. Ich muss jedoch zugeben, dass ich auch dort zu Anfangs alles andere als glücklich aussah, da, eben aufgrund des unebenen Bodens die Bälle kaum zu kalkulieren waren. Im Angesicht der massigen Gegentore war dann jedoch mein Ehrgeiz entsprechend gewachsen, sodass ich keine Mühen und Blessuren gescheut habe und mich hingeworfen habe wie sonst nichts. Und tatsächlich hatte ich schließlich Erfolg und habe mir dann noch weitere Namen hinzuverdient. Und werde ich seitdem auch Oliver Kahn oder Msungu-goalkeeper (weißer Torhüter) genannt. Als ich dann noch einen Schuss versehentlich mit dem Kopf gehalten hatte wurde ich entsprechend gefeiert...
Was die Namen anbelangt, so habe ich doch noch mal einen gewissen Zuwachs zu verzeichnen. Klar, Mr.Luviro, Mr. Schnell, Mr. Nkhata und Vincent sind ja nicht neu, jedoch werde ich jetzt auch noch wahlweise Vin und Vinny gerufen. Naja, und „msungu“ (zu dt. Weißer) wird man ja eh ständig gerufen...
In der letzten Zeit war ich dann auch noch ein wenig touristisch unterwegs. An den Wochenenden muss von der Organisation und von der Farm aus eben nicht arbeiten, sodass sich Antonia und ich und eben noch weitere DED-Freiwillige aus Rumphi zunächst auf den Weg nach Vwaza Marsh gemacht haben. Gut, das wird euch nun vermutlich so nichts sagen... Vwaza Marsh ist ein Game Reserve, demnach ein Wildreservat (also so ähnlich wie ein Nationalpark) nicht allzu weit von Chipunga entfernt. Jedenfalls sind wir am ersten Oktoberwochenende dorthin gefahren und haben uns einen sogenannten „Guided Gamealk“ gegönnt. Das heißt so viel wie eine begleitete Wanderung (oder wahlweise auch Safari) durch das Gelände mit zwei Parkwächtern, die einem dann ein wenig über die Flora und Fauna erzählen. Da wir hier gerade Trockenzeit haben hatten wir entsprechen Glück, da sich in dem Zuge die ganzen Tiere um das Wasserloch aufhalten, sodass wir eine Vielzahl von Tieren beobachten konnten. Besonderes Higghlight war eben die große Elefantenherde. Das war dann auch schließlich der Grund warum wir dann doch ein wneig hetzten mussten, da uns eben jene Elefanten auf den Versen waren. Auf unserer „Fluch“ vor den Elefanten haben wir dann noch Krokodile, Flusspferde (,die die gefährlichsten Tiere des Kontinents sein sollen bzw. die meisten getöteten Touries vorzuweisen haben), Impalas (Antilopenart) und Kudus (ebenfalls eine Antilopenart) erspäht...
Nach der kräftezehrenden Wanderung haben wir schließlich die Nacht über in dem Gamereserve gezelten, zuvor noch die untergehende Sonne bestaunt und zusammen mit Reis aus einem Topf mit den Fingern gegessen. Um sieben Uhr lagen wir dann auch schon in unseren Zelten und haben vor uns hingeschnorchelt bis uns schließlich nachts das Geräusch von irgendwelchen Tieren geweckt hat, wobei wir alle an Elefanten gedachten hatten. In der Hilflosigkeit habe ich das Geräusch zwar vernommen, habe dann aber beschloßen einfach weiter zu schlafen in der Hoffnung am nächsten Morgen noch am Leben zu sein. Naja, und es hat geklappt. Meine Gleichgültigkeit hat sich ausgezahlt, jedoch haben wir dann noch erfahren, dass es sich um grasende Flusspferde gehandelt hat. Gut, hätte ich das gewusst, das unweit von der Stelle wo ich gemütlich am Schlummern war mal eben der gefährlichste Killer Afrikas anzutreffen war, hätte ich vielleicht auch hysterischer reagiert...
Das war jedoch noch nicht alles was ich in der letzten Zeit vom Land erkundet habe. Darüberhinaus waren wir, wieder in der gleichen Konstellation, letztes Wochenende in Livingstonia, einer von Dr. Laws im Jahre 1894 gegründeten Mission im Norden des Landes auf 1360m Höhe knapp 15Km vom Malawisee entfernt. Der aus Schottland stammende Missionar hatte in den Berg ein Krankenhaus gegründet und die zeitweise beste Schule der Kolonie. Er gilt als einer der markantesten Erscheinungen unter den Missionaren.

Jedenfalls hatten wir uns auf den Weg dorthin gemacht, da im Umfeld der Mission eine tolle Landschaft anzufinden ist und eben auch die höchsten Wasserfälle des Landes-die „Manchewe Falls“ , die 270 Meter in die Tiefe stürzen und in dessen Höhlen sich im 19. Jh. wohl viele Menschen vor Sklavenjägern versteckt haben sollen. Naja, zunächst stand ja der Anstieg nach Livingstonia auf dem Programm, der sich als ganz schön kräftezehren erweisen sollt, da wir uns um zwei Uhr Mittags in der prallen Sonne auf den Weg gemacht hatten. Nach vier Stunden des Wanderns und Schwitzens kamen wir schließlich völlig dehydriert in der Lodge an. Doch das eigentliche Abenteuer sollte erst noch vor uns liegen. Der Plan für den folgenden Tag war schlichtweg schnell die Wasserfälle besuchen und dann eine Mitfahrgelegenheit finden, die runter an den See fährt, um möglichst noch einen schönen Strandtag am See zu verbringen... Tja, dam war dann halt eben nicht so. Zwar hatten wir planmäßig die Wasserfälle früh gefunden, jedoch ergaben sich dann gewisse „unplanmäßige Komplikationen“. Auf der Suche nach einen „Pool“ zum Baden und einer Höhle hinter dem Wasserfall trafen wir Einheimische, die uns hinführen wollten. Zuversichtlich und nichts ahnend sind wir dann zwei Damen gefolgt. Als wir jedoch eine Stunde später am Flusslauf und unter im Tal angekommen waren, stellte sich heraus, dass die beiden Frauen uns wohl scheinbar nicht so ganz recht verstanden hatten. Verzweifelt fanden wir uns im Nirgendwo wieder ohne Pool, ohne Höhle und eben auch nicht in der Nähe vom See. Zu dem Zeitpunkt waren wir dann alle etwas gefrustet, da wir wieder hoch musste, um überhaupt irgendwo hinzukommen. Wir waren jetzt also unten im Tal, aber um zum See zu kommen mussten wir wieder hoch auf den Berg zur Hauptstraße. Etwas sauer haben wir dann auf die Hilfe der Frauen verzichtet und uns dann nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg gemacht den Berg zu erklimmen. Das ging auch eigentlich ganz gut. Oben wieder angekommen haben wir dann auch den Weg gefunden, der zum Pool führte, der maximal fünf Minuten von der Hauptstraße entfernt war. Tjaha, und wir haben mal eben knapp vier Stunden gebraucht. Und so wie es kommen musste haben wir auch keine Mitfahrgelegenheit nach unten finden könnnen, sodass wir noch mal drei Stunde bis zum See gebraucht haben. Da war dann nichts mehr mit Strandtag oder so... Aber dafür dann am nächsten Tag wenigstens für ein paar Stunden bis Antonia und ich den Weg in Richtung Chipunga einschlagen mussten...
So viel zu meinen touristischen Aktivitäten. In Chipunga wird es bald mit dem Bau eines neuen Schulblocks für die Primaryschool losgehen und da werde ich mich dann wohl bei der konkreten Umsetzung einklinken bzw. anwesend sein, damit das auch entsprechend ordnungsgemäß abläuft. Darauf freue ich mich schon sehr und bin gespannt wie das alles so voran gehen wird. Ich glaube ich könnte gerade noch ewig so weiter schreiben, aber das hebe ich mir dann für das nächste mal auf...
In diesem Sinne, einen ganz herzlichen Gruß an alle, die den Blog verfolgen. Ich hoffe ihr seid mir nachsichtig, dass ich nicht jede zweite Woche was neues hochlade. Muss ja schließlich auch spannend bleiben. So viel von mir. Bis demnächst
oh, was haben die leute in malawi denn nun für ein bild vom deutschen fussball, wenn du da als rumpelfussballer ein wenig rumkickst...oh man ;)
schön mal wieder was von dir gehört zu haben!
freue mich schon auf den nächsten blogeintrag!
gruß, flo