> Vincents Zivi in Malawi : Das Herzstück meiner Arbeit...
Das Herzstück meiner Arbeit...
Herzlich Willkommen auf meiner Blogseite auch wieder im neuen Jahr 2011. Nun habe ich eine ganze Weile nichts mehr an dieser Stelle von mir hören lassen, sodass es nun doch ein wenig Nachholbedarf gibt...

Also, zunächst habe ich ein ganz ordentliches Weihnachtsfest mit einigen anderen Freiwilligen am See verbracht. Wirklich weihnachtlich war das zwar nicht, aber trotzdem hatte es mal was am 24. in der prallen Sonne zu sein. Anschließend haben wir uns als Großgruppe von ca. zwanzig DEDlern auf den Weg nach Chizumulu und Likoma gemacht, welches zwei kleine Insel wenige Kilometer vor dem mosambikanischen Ufer sind, die aber trotzdem aufgrund der recht ausgeprägten Missionarstätigkeit im letzten Jahrhundert von Seiten der Briten zu Malawi gehören. Dort galt es dann am Strand unter Kokonusspalmen, sodass ein verbitterter Wettstreit entbrannte was das Kokonussknacken anging, das neue Jahr zu begehen. Ich konnte an einem Tag im Spätdezember sogar vier selbst gepflückte, geknackte und zum größten Teil selbst gegessene Kokosnüsse verzeichnen, worauf ich auch mächtig stolz war...



Trotzdem muss ich nun an dieser Stelle die Situation nutzen und ganz klar festhalten, dass trotz des wirklich traumhaften Ambientes, mit Palmen, unglaublich klarem Wasser und nettem Strand, ich doch immer noch sagen muss, dass die Nordseeinsel Föhr für mich der schönste Ort auf Erden bleibt... nur so am Rande...

Nunja, ferner hat sich bei mir alles ein bisschen verschoben, da auch im Januar das Zwischenseminar meiner Endsendeorganisation auf dem Programm stand, sodass ich erst wirklich die Arbeit vergangene Woche aufnehmen konnte ohne große Unterbrechungen.
Bei dem Zwichenseminar galt es vor allem Erfahrungen auszutauschen und sich mit gewissen Themen auseinanderzusetzen.
Nichtsdestoweniger habe ich jedoch in der Zeit des Urlaubs und des Seminars ordentlich Elan getankt, sodass ich nun wirklich hochmotiviert bin und viel vor habe!

Was ich jedoch auch zu meinem Bedauern feststellen musste, ist, dass die Arbeit auf dem Bau leider doch meine Anwesenheit erfordert, um einen entsprechenden Fortschritt zu machen. Leider hat das alles nicht so geklappt wie es eigentlich veranschlagt war in der Zeit meines Fehlens. Es dreht sich dabei gar nicht um einen besondere Kompetenz, die ich bezüglich des Bauwesens mitbringen könnte, da diese schlichtweg von Seiten der beauftragten Bricklayer kommt, aber trotzdem ist es doch einfach ein Stück weit Struktur, für welches ich als Freiwilliger zu sorgen habe. Es geht schlichtweg darum die Abläufe bedingt zu koordinieren. Leider wurden jedoch gewisse Absprachen, von denen ich dachte sie seien klar übergangen und missachtet.
Zum momentanen Zeitpunkt stehen wir was die Fertigstellung des Schulblogs angeht unter gewissen Druck, da die Botschaft nun wirklich bald das fertige Gebäude sehen will. In der Folge habe ich schließlich einen „Zwei-Wochen-Plan“ aufgestellt, der die Fertigstellung somit eigentlich bis zum kommenden Freitag anvisiert, doch leider kann ich momentan schon ziemlich sicher sein, dass das nichts werden wird. Ich meine ich war mir natürlich schon vorher bewusst, dass das sehr eng werden wird, aber so wie sich die Lage im Moment gestaltet, wird das wohl auch noch ein Weilchen länger dauern.
Es fällt mir in diesem Kontext aber auch sehr schwer wie es sein kann, dass in der Endphase eines solchen Projektes nur gerade mal 3 von 8 Arbeitern anwesend sind. An der Stelle fällt es mir gerade wirklich schwer nicht zu resignieren...
Trotzdem hoffe ich, dass es nun doch alles entsprechend in den Gang kommt und wir die Deutsche Botschaft doch in einem akzeptablen Zeitrahmen zufriedenstellen können.





Worauf ich nun noch umbedingt zu sprechen kommen muss, ist mein neues Projekt und das anvisierte „Herzstück“ meiner Arbeit!
Nachdem ich nun die Halbzeit meines Aufenthalts erreicht habe und sich (hoffentlich bald) die Fertigstellung des Schulbauprojektes ankündigt, gilt es eine neue ausfüllende Arbeit zu finden. Eine solche scheine ich nun aus einer gewissen „Problemsituation“ vor Ort gefunden zu habe!
Und zwar sind aufgrund der Tatsache, dass wir nur noch zwei Freiwillige anstelle von dreien hier in Chipunga sind gewisse Aufgaben auf mich übertragen worden. So eben die Betreuung einer Preschool. Meine Aufgabe sieht in dem Bezug so aus, dass ich zwei mal die Woche dort hingehe mit Lernbüchern und Spielzeug, sodass eine Lehrerin besseren Unterricht machen kann und den Kurzen, die so im Alter von 2 bis 5 Jahren sind Dinge beibringen kann wie zum Beispiel zählen oder die Wochentage. Mit anderen Worten ich fungiere als Laufjunge. Damit kann ich mich aber irgendwie nicht so recht anfreunden, da ich lieber die Preschool unabhängig agieren sehen würde. Dies stellt sich aber als nicht so leicht heraus, da Materialien nicht in der Räumlichkeit gelassen werden können, da dieser nicht abschließbar ist und des öfteren bereist Vandalismus zum Opfer gefallen ist. Ferner müssen die Kinder auf dem Boden sitzen.
Ich persönlich empfinde somit die Lage nicht wirklich zufriedenstellend und halte das Ganze für verbesserungswürdig.





Insofern werde ich nun dem Bauwesen kombiniert mit der Zielsetzung der Verbesserung der Bildungssituation treu bleiben und habe mir vorgenommen die Preschool zu renovieren.
Das soll heißen, dass ich zunächst vorhabe den Raum allgemein abschließbar zu machen, die Wände neu zu verputzen und entsprechend zu streichen, einen abschließbaren Schrank maurern zu lassen, den Boden zu reparieren und kleine Bänke als Sitzmöglichkeiten anfertigen zu lassen. Der letzte Schliff soll dann das an die Wand Malen des Alphabets und der Zahlen bis zehn um die Tafel herum sein...
Ich erhoffe mir somit, dass die Preschool unabhängig laufen kann ein gewisser Raum, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Lernen für die Kleinsten geschaffen werden kann.
Somit stellt dann die Preschoolrenivierung das erste richtige eigene Projekt dar, da ich bisher die anderen Projekte weitergeführt oder auferlegt bekommen habe. Aber ich denke auch, dass es vorher schwer gewesen wäre ein solches Projekt anzugehen, da ich wirklich erst jetzt im Land verstehe welche Knöpfe man drücken und welche Hebel man bewegen muss, um so etwas ans laufen zu bringen...

Tjoa, ansonsten geht es mir ganz gut. Gesundheitlich kann ich mich gerade nicht beklagen, wobei natürlich immer dieses Damoklesschwert Malaria über einem schwebt. Was auch derzeitig etwas plagt, ist, dass offene Wunden hier während der Regenzeit einfach mal so gar nicht zu heilen scheinen und, um jetzt mal ganz ekelig zu sein, anfangen zu eitern und sich zu entzünden.



Irgendwie scheinen auch in letzter Zeit mehr Schlangen unterwegs zu sein. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich der Fall ist, aber irgendwie laufen mir die Tiere in den letzten Wochen doch deutlicher öfter über den Weg...



So zum Schluss habe ich hier nun noch ein Foto von DEM Essen hier in Malawi.



Diese weiße Masse auf dem Foto stellt eben jenes Nsima dar, welches das Grundnahrungsmittel eines Malwiers darstellt. Dies wird zubereitet durch das Aufkochen von Maismehl zu einer breiigen, festen Masse. Nsima wird zumeist mit Rape (Stengelkohl) und/oder Usipa (der kleine abgebildete Fisch) gegessen. Dabei gilt es aber die entsprechende Essweise einzuhalten. Soll heißen-mit der rechten Hand ein kleines Mund- und Fingergerechtes Stück abreißen, zwischen Daumen und Zeige- und Mittelfinger etwas kneten und die Beilage hinzufügen und es sich schließlich schmecken lassen.
An sich ist das eigentlich ganz bekömmlich, jedoch würde es mir schwer fallen drei mal am Tag Nsima essen zu müssen. So, das jedenfalls noch mal Schluss, damit ihr natürlich auch ein wenig über die Esskultur hier vor Ort erfahrt...

In diesem Sinne-ich hoffe dann das nächste mal von der Fertigstellung des Schulblocks berichten zu können...

Herzliche Grüße von mir für den Moment und bis demnächst, V.




floppa am 29.Jan 11  |  Permalink
hey vincent.
schön mal wieder was von dir zu lesen ;)

ich hoffe du bekommst den schulblock schnell fertig und kannst anfangen die preschool zu renovieren. ich finde die idee klasse und hoffe, dass du dein erstes eigenes projekt zu deiner zufriedenheit fertig gestellt bekommst.+

lieben gruß,
flo

amysan am 30.Jan 11  |  Permalink
Oh man, das nenn ich mal Weihnachten ;-)...da hast du aber eine Menge vor. Viel Glück dabei :-)

ich hoffe es geht dir gut da drüben und schön von dir zu hören!!!

Pass gut auf dich auf!
Bis zum nächsten Bericht! :-)

Liebe Grüße
Maren

lisa-maus am 07.Mär 11  |  Permalink
hallo vincent!
entschuldige, dass ich diesmal so spaet dran bin, aber als armer reisender backpacker hat man leider nicht so wirklich regelmaessig internet ;-)
erstmal hoffe ich, dass das gebaeude mittlerweile fertig geworden ist und du somit mehr zeit fuer dein projekt hast. ich hoffe wirklich, dass du das alles schaffst! ich bewundere sehr, wei gut du alles meisters und bin wirklich stolz! ;-) das ist wirklich eine gute sache und ich bin mir sicher, dass du das alles super meistern wirst!
ganz liebe gruesse aus australien, halt die ohren steif ^^
lisa