Am Ende eine kleine Reise ins arabische Afrika im Indischen Ozean...
Wider meines Credos werde ich dieses mal wohl nicht meine Arbeit als Freiwilliger in den Fokus dieses Eintrags stellen-dieses mal gibt es hier an dieser Stelle nämlich einen kleinen Reisebericht...
Die letzten drei Wochen war ich also gar nicht auf der Farm anzutreffen-stattdessen galt es den aufgesparten Resturlaub auch entsprechend zu nutzen, sodass ich mich auf die Socken nach Tansania gemacht habe mit dem auserkorenem Ziel: Zanzibar!
Zanzibar ist wirklich eine Insel mit Charme! Kulturell gesehen treffen dort die verschiedensten Einflüsse aufeinander. Während zunächst die Portugiesen sich dort breit gemacht haben, folgten daraufhin die Araber (kurzzeitig auch die Deutschen) und anschließend die Briten, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts dem florierenden Sklavenhandel ein Ende gemacht haben. Man muss dabei wissen, dass diese Insel der Hauptsklavenumschlagsort in Ostafrika gewesen ist, um Sklaven in die arabische Welt zu schiffen (daher lässt sich auch der Name ableiten, der wörtlich aus dem arabischen übersetzt „Land der Schwarzen“ bedeutet)...
Der arabische Einfluss ist somit in den Straßen und Gassen aufgrund der Lebensweise, der Architektur und der äußeren Merkmal nicht zu verkennen.
Zanzibar kann man am besten fassen als eine Insel, die durch eine umfangreiche Gewürzkultur und den arabischen Einfluss geprägt ist. Ferner offenbart ein „Nightfoodmarket“ die unglaubliche Vielzahl an Meeresfrüchten (von Hummer über Oktopus bis hin zum Hai).
Auch die weißen Strände, das türkise Wasser und die Palmenwälder runden das ganze paradisisch ab, sodass es sich sehr gut aushalten lässt...!
Wir haben die Tage auf der Insel ordentlich ausgekostet. Standesgemäß haben wir uns am Strand breit gemacht, die unglaublich gute und abwechslungsreiche Kost (im Gegensatz zum alltäglichen Maismehlbrei in Malawi) ausgeschöpft, ein wenig Kulturprogramm durchgezogen, wir waren tauchen und haben uns die Unterwasserwelt nicht nur gut schmecken lassen, sondern auch näher inspiziert und an sich einfach einen echt guten und entspannten Urlaub verbracht!
Im Endeffekt hat es einfach unglaublich gut getan Afrika noch einmal als Tourist zu erkunden und somit habe ich mich dieses Jahr halt mit Zanzibar als Trost für den ausbleibenden Föhrurlaub abfinden müssen, was ausnahmsweise okay war, aber in Zukunft ist dann wieder Nordsee angesagt...
Mit ein wenig Abstand von Chipunga habe ich mir schließlich im Urlaub auch ein wenig Gedanken machen können über eine gewisse Bilanz meines Jahres...
Ich bin schließlich dazu gekommen den Schritt als absolut richtig zu bewerten! Ich bin zufrieden mit dem, was ich geschafft habe und was ich schließlich von meinen Ideen umsetzten konnte. Gerade im Kontrast zu mach anderem Freiwilligen konnte ich mich wohl nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen.
Ich habe viel gesehen, kennen gelernt und Erkenntnisse gemacht, die ich so in der Form nicht erwartet hätte. Besonders jedoch muss ich sagen, dass ich mich selbst kennen und ich denke auch einzuschätzen gelernt habe. Insofern kann ich den Schritt weg von zu Hause für eine gewisse Weile nur empfehlen. Besonders wenn es in einen anderen Kulturkreis geht, der dem unseren zwar nicht frontal gegenübersteht, aber doch einiges von dem vermissen lässt, was man eigentlich gewohnt ist. Wenn man erst einmal aus seinen gewohnten Verhältnissen herausgerissen ist und sich in der Ferne mit seiner eigenen Stellung in gewissen sozialen Konstellationen, beziehungsweise in der Gesellschaft, befasst, lässt einen erst das gewisse Ansichten formen und definieren. Erst in der Distanz lassen sich gewisse Dinge kritisch betrachten und man merkt was einem wirklich wichtig ist und worauf man verzichten kann und worauf eben nicht... Alles also sehr erkenntnisreich...
Ferner fühle ich mich nun auch absolut bereit für das eigenständige Wohnen im Studium. Ich denke ich bin nunmehr WG-erprobt. Ich habe mich in viele neue Bereiche vorgewagt, sodass ich mich als Koch, Heimwerker und Hobbylandwirt erprobt habe.
Auch gute Freundschaften konnte ich knüpfen, über die ich wirklich sehr froh bin. Ohne gewisse Menschen, die mich das Jahr über begleitet haben, hätte sich das alles sicher nur halb so schön gestaltet...
Es gab schmerzliche Erfahrungen, aber ebenso auch unheimlich schöne…
Nun ist es an der Zeit sich langsam aber sicher von Malawi zu verabschieden und sich den Aufgaben zu Hause zu zuwenden. Ich bin froh mich schon bald auf der Heimreise zu wissen-nach getaner Arbeit ist die Sehnsucht nach den Menschen, die ich liebe und schätze doch sehr groß, sodass ich einfach nur froh bin meine Eltern und Freunde bald wieder zu sehen...
An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich bei allen bedanken, die diesen Blog das Jahr über verfolgt haben. Ich habe mich über jeden einzelnen Kommentar und jede Resonanz sehr gefreut. Auch wenn es schwer zu glauben ist, aber oft hat mir eben jene Resonanz tatsächlich Mut gegeben!
Mit anderen Worten: dies war dann wohl nun der letzte Blogeintrag-das Jahr ist durch und am 9. August werde ich wohl wieder deutschen Boden betreten. Bis dahin verbleibe ich mit den herzlichsten Grüßen und ich freue mich Euch dann schon bald wieder zu sehen... In diesem Sinne: Sono, Ine nkuluta-Tiwonanenge sono sono ku Germany!

schöner Abschluss für deinen Blog :) Noch schöner, dass du bald nach hause kommst!